Chronik 2014

Rückblick auf die Veranstaltungen des Jahres 2014:

 

28. November: „Anna – das Mädchen vom Inn“

Lesung von Ingrid Lassauer im Rathaus-Foyer

Der Roman spielt in der 2.Hälfte des 19.Jahrhunderts auf einem Einödhof in der Nähe von Mittergars. Er handelt von den wirtschaftlichen Nöten nach dem Niedergang der Innschifffahrt, den damaligen Lebensumständen einer Familie mit 20 Kindern und vom Kampf starker Frauen um den Erhalt des Hofes.

Walter Lassauer, in Mittergars aufgewachsen, lebte lange Jahre in Rothenburg ob der Tauber, jetzt in Hebertsham.

Die Lesung im Rathausfoyer wurde von der Weinleiten-Stubnmusi aus Gars am Inn gekonnt umrahmt.

Ingrid Lassauer in Vertretung ihres Mannes Wolfgang 

 

6. November: Leonhardi-Schafkopf

Erstmals veranstaltete der Heimatverein ein Leonhardi-Schafkopfrennen. Neun Partien mühten sich im Saal des Schnaitseer Wirth ab, um möglichst viele Punkte zu erreichen.

Erster mit 118 Punkten wurde Rudolf Becher aus Peterskirchen, gefolgt von Alois Urbauer mit 82 Punkten, Dritter Herbert Scherr mit 63 Punkten. Die Plätze 4 bis 10 gingen an Sepp Jellbauer, Josef Wenzl, Hans Westerberger, Ernst Kramer, Sepp Oster, Sepp Lamprecht und Markus Becher.

Der "Schneiderpreis", den traditionell der Vorletzte der Rangliste erhält, ging an Andreas Pichler, Surbrunn. Die Spielleitung hatte Hans Gmeindl jun. übernommen, der den Abend in bewährter Weise begleitete.

 

 

24. Oktober: Informationsveranstaltung

Schnaitsee und LEADER PLUS

Leader+ ist ein Förderprogramm der EU „zur Entwicklung des ländlichen Raumes“. Teilnehmende Gemeinden können sich besondere Projekte, die das Dorfleben bereichern, mit EU- Zuschüssen fördern lassen. Dabei sind in erster Linie Ideenreichtum und Engagement der Bürger gefragt. Der Heimatverein bot dazu am 24.Oktober um 19.30 einen

Infoabend mit dem Leader-Beauftragten Josef Reithmeier

an. Interessierte Bürger/Innen und Vereine konnten sich informieren und schon hier erstmals Ideen for-mulieren.

So schlug der Bund Naturschutz einen Trimm-Dich-Pfad mit Natur-Schautafeln im Seengebiet vor. Musikverein und Theatergemeinschaft träumen von einer mobilen Bühne mit Zuschauerbestuhlung. Der Heimatverein möchte den 30 Meter hohen Aussichtsturm von 1910 wieder auferstehen lassen. Was dann umgesetzt wird, muss am Ende eines Meinungsbildungsprozesses der Gemeinde-rat entscheiden.

Personen v.l.: Bereichsleiterin Sabine Löw-Wurmannstätter, Bgm. Josef Reithmeier, OHP Reinhold Schuhbeck

 

11. Oktober: Tagesfahrt:

Orgelzentrum Valley und wildes Mangfalltal

Wir fuhren um 8.30 h mit dem Bus nach Valley, Lkr. Miesbach. Im Alten Schloss und in der Zollinger-Halle zeigte uns Sixtus Lampl, Landeskonservator i.R. seine 60 historischen Orgeln aller Größen, die er vor der Zerstörung gerettet hat, die größte Sammlung dieser Art weltweit. Alle Instrumente wurden restauriert; 16 davon sind aufgebaut und spielfähig. 

Alle Teilnehmer zeigten sich beeindruckt und hoben hervor, dass nun auch der musikalische Laie die Konstruktion der Orgel und auch ihre Bedeutung für die abendländische Musik verstanden habe.

 Eine nachgebaute tragbare Prozessionsorgel 

 

14. September: Der Heimatverein beim Jahrmarkt

 

 

 

 

 

 

 

  2.Vors. Vitus Pichler am Marktstand               Die drei Gewinner bei der Preisverleihung 

Auch heuer beteiligte sich der Heimatverein am Matthäusmarkt in Schnaitsee. Trotz Regens war das angebotene Quiz mit Fragen zu "Neuheiten im Dorf" ein großer Renner. Den ersten Preis mit 100 Euro, gestiftet von Bürgermeister Thomas Schmidinger, ging per Losentscheid an Anton Lamprecht sen. Zweiter Preis (Heimatbuch Schnaitsee) Josef Rohrer, dritter Preis (Rucksack mit Brotzeit) Sarina Oberbeil. Schnaitseer Bildbände gewannen Rosi Irl, Christiane Schönhuber, Peter Gmeindl, Regina Oberbeil, Dr.Rosina Wäsle, Michaela Mörtl und Therese Edlmann.

 

8. August: Ferienprogramm "Schatzsuche an den Schluchten bei Garting"

25 Kinder konnten mit Hobby-Archäologin Agathe Oberlechner-Kiermaier ein bereits geöffnetes Hügelgrab nordwestlich von Garting besichtigen und durften im Wald versteckte Münzen suchen. Richard Hellmeier erklärte die Entstehung der dortigen Schlucht durch den Würmeiszeit-Gletscher. Dr. Taschke führte eine Gruppe mutiger Kinder in die 15 Meter tiefe Schlucht hinab.

 

 

Beim Gang durch den Wald gab es einen ausgestopfter Fuchs und eine nahe gelegene  Wildschwein-suhle zu sehen. Waldbauer Anton Lamprecht zeigte eine mächtige Fichte, die nur von fünf Kindern umspannt werden konnte.

An der Ölmühle Garting bei Familie Lamprecht wurde der erlebnisreiche Tag mit der Besichtigung der Ölpresse, einer kräftigen Brotzeit, sowie fröhlichem Herumtollen beendet.

 

 

26. Juli: Exkursion nach Elsbeth und Fißlkling

Für alle historisch Interessierten, aber auch für diejenigen, die einfach nur die Kirchen in unserer näheren Umgebung kennenlernen wollen, veranstaltet der Heimatverein jährlich eine Exkursion in die nähere Umgebung.

Meinrad Schroll, Heimatforscher aus Mühldorf, erklärte uns dieses Mal Geschichte und kunsthistorische Besonder-heiten der Filialkirchen Elsbeth bei Stadl und Fißlkling zwischen Kraiburg und Ensdorf.

Elsbeth war einst eine Wallfahrt der Schiffer und auch der Fuhrleute, die mit dem reissenden Inn zu tun hatten. Fißlkling entpuppte sich als frisch renoviertes Rokkoko-Juwel zwischen Kraiburg und Ensdorf, an dem die Autofahrer ahnungslos vorbeifahren. Zum Abschluss war Einkehr beim Schmidwirt in Ensdorf.

Heimatforscher Meinrad Schroll vor der Kirche in Elsbeth

 

28. Juni: Auf dem Schinderweg zu den Burgpflegern


Ludwig Randlinger sen. zeigt die Bücher                                                                                                         Brotzeit unter der Linde an der Burgruine

Die Teilnehmer wanderten mit dem Ortsheimatpfleger und mit Josef Wagner, Oberhuber von Zansham, über Habam und Zansham auf den Spuren des "Schinders" - auch Wasner oder Abdecker genannt - zunächst nach Moos. Hier gab Josef Ludwig Randlinger, Moosbauer und Nachfahre von vielen Generationen von Wasnern, erstaunliche Einblicke in die Arbeit des Tierkörper-Verwerters bis 1943.

Oben an der Klinger Burgmauer bedankte sich der Heimatverein bei den "Burgpflegern", den Familien Mörtl, Deimer und Schwab mit einer ausgiebigen Brotzeit für ihre Arbeit zum Erhalt der verbliebenen Ruinen des einst so mächtigen Jagdschlosses.

 

9. Juni: Ausstellung "Radfahren vor 100 Jahren"

Anlass dafür war die Restaurierung der 110 Jahre alten Fahne des Radfahrvereins "Frisch-Los", die sich der Heimatverein 1500 Euro kosten ließ. Zusätzlich waren bei einer Wohnungsauflösung zahlreiche Fahnenbänder jenes Vereins aufgetaucht. Schlussendlich brachte Peter Huber aus Seeon dem Ortsheimatpfleger ein altes Gruppenfoto von 1924, auf dem dieser den Radfahrverein "Concordia" aus Stadlern erkannte.

 

 

 

 

 

 

F. Flötzl  mit dem "Adler Halbrenner" von 1895         Die drei Hochradfahrer aus Albaching

Nach einem Aufruf des Ortsheimatpflegers zur Suche nach historischen Fahrrädern meldete sich als Erster Franz Flötzl jun., der eine ansehnliche Sammlung solcher Vehikel nebst vielen Ersatzteilen sein Eigen nennt. Weitere Räder kamen von Sepp Rohrer, Gertraud Grünes und Franz Pimpl und Christian Sewald. Mit seltenem Bildmaterial und einem Zeitzeugen gestaltete er einen Film, der das Mulitimedia-Spektakel im Foyer des Rathauses komplett machte. 

Um weitere Zuschauer anzulocken, luden die beiden Organisatoren eine Gruppe Hochrad-Fahrer aus Albaching ein, die rund um den Dorfplatz ihre Künste zeigten. Auch bei der nachmittäglichen Familienradtour nach Suranger fuhren sie tapfer mit, und das ohne Bremsen!

 

9. Juni: Familienradtour nach Suranger

 

Zunächst besichtigten die 40 Teilnehmer die Filialkirche Sankt Bartholomäus in Kirchensur, in der Ortsheimatpfleger Reinhold Schuhbeck (links) Geschichte und Kunsthistorie erklärte. Nach dem von ihm an der März-Orgel begleiteten Kirchenlied "Lobet den Herren" ging es weiter durch die Ameranger Filzen nach Suranger zur Einkehr und zur Verleihung der Preise. 

Die meisten Teilnehmer hatte der TV Schnaitsee dabei, für den Josef Schluck (mittleres Bild) den Meistpreis entgegennahm. Den von Bürgermeister Thomas Schmidinger gespendeten Familienpreis nahm als "Sippenoberhaupt" Anton Lamprecht sen. entgegen.

 

16. Mai: Maiandacht für die Opfer des Todesmarsches 1945

Die vom Heimatverein zusammen mit dem Musikverein jährlich veranstaltete Gedenkstunde musste wegen schlechter Witterung in die Pfarrkirche verlegt werden. Bevor Pastoralreferentin Claudia Kast mit der Maiandacht begann, sprach als Gast der Halsbacher Autor und Regisseur Martin Winklbauer über Franz Jägerstetter aus Sankt Radegund/OÖ, der 1942 den Kriegsdienst verweigerte und dafür hingerichtet wurde. Noch lange nach dem Krieg wurde seine Familie angefeindet; aber in den 1990-er Jahren wurde er vom Papst seliggesprochen.

 

Martin Winklbauer am Gedenkstein zusammen mit Reinhold Schuhbeck und Michael Köhldorfner

Als Winklbauer von der Familie Jägerstetter gebeten wurde, darüber ein Theaterstück zu schreiben, sagte er zu, musste es jedoch in Radegund unter Polizeischutz aufführen. Er berichtete auch von den Neonazi-Umtrieben in Halsbach, die erst nach dem erbitterten Widerstand der Dorfgemeinschaft sowie des Landkreises Altötting gestoppt werden konnten. Die Schnaitseer Gedenkstätte bezeichnete er als wichtigen "Stolperstein", der dazu beitragen kann, dass "wir niemals wieder gedankenlos in eine solche Zeit hineingeraten."

 

30. April: Tanz in den Mai mit "Fox Musica"

"Spielt bitte bald wieder zum Tanz auf; eine solche Tanzmusik findet man heutzutage nirgends mehr!" Der Versuch des Heimatvereins, eine alte Tradition wieder aufleben zu lassen, war ein voller Erfolg. Im Festsaal des Schnaitseer Wirth tummelten sich an die 120 Tänzer und Tänzerinnen auf der Tanzfläche. Die Schnaitseer Formation "Fox Musica", bestehend aus neun Damen und Herren, spielte in wechselnden Besetzungen alle Standardtänze einer schon vergangenen Zeit: Walzer, Fox, Musette, Tango, Blues, Ragtime, Klezmer u.v.m.

Pünktlich um 24 Uhr intonierte die Kapelle einen Ehrentanz für Kathi und Vitus Pichler; denn genau um diese Stunde endeten offiziell die 24 Jahre Bürgermeisteramt für den nunmehr 2.Vorsitzenden des Schnaitseer Heimatvereins. Der Tanz in den Mai wird am 30.April 2015 mit der gleichen Musikformation wiederholt.

 

12. April: Besuch im Stadtmuseum Wasserburg

Die Besucher mit Hannelore Unger im Wasserburger Heimathaus

 

28. März: Jahreshauptversammlung mit Neuwahlen

"Der Heimatverein Schnaitsee ist der jüngste Verein seiner Art im Landkreis. Aber eure Aktivitäten und euer Wirken verdient höchste Anerkennung. Heimat ist das Gesamte in einer Gemeinde, und diese Heimat reflektiert euer Verein." - Das war das Lob von Kreisheimatpfleger Dr.Christian Soika. 

Bei den Vorstandswahlen gab es eine "Wachablösung". Nach acht Jahren erfolgreicher Arbeit kandidierten der Gründungsvorsitzende Georg Strobl, die 2.Vorsitzende Dr. Rosina Wäsle und Kassier Lorenz Dürnegger nicht mehr. An ihre Stelle wurden einstimmig gewählt: Ortsheimat-pfleger Reinhold Schuhbeck, Altbürgermeister Vitus Pichler und Dr. Alexander Taschke. Als Schiftführer stellte sich erneut Richard Hellmeier zur Verfügung.

 

 

 

 
Links Gründungsvorsitzender Georg Strobl, in der Mitte Kassier Lorenz Dürnegger und rechts 2.Vorsitzende Dr.Rosina Wäsle.

Neu als Beiräte wurden bestimmt Agathe Oberlechner-Kiermaier (Archäologie) und Georg Scherer sen. (Tourismus). Der neue Schnaitseer Bürgermeister Thomas Schmidinger ist Kraft Satzung im Vorstand, ebenso Luitgard Graßl (Archivarin). Schon bisher waren dabei Martin Meisl (Infrastruktur und Verkehr) und Eugen Maron (Bauwesen und Überörtliches).

 

27. Februar: Vortrag über das Erbrecht

Notar Georg Mehler aus Trostberg informierte in einem Vortrag über die Tücken beder "Übergabe von Privatvermöge im Rahmen der vorweg-genommen Erbfolge. Dabei gilt nach seinen Worten sowohl der Spruch "Schenk mit warmer Hand, dann wird dir gedankt", wie auch die etwas sarkastische Bemerkung "Redet ihr noch miteinander, oder habt ihr schon geerbt?". Welche rechtlichen Fallstricke es dabei zu umgehen gilt, zeigte Mehler im Kapitel der Ausgestaltung der Übergabe auf. Im Rahmen des „Austrags“ sei zu überlegen, ob besser ein Wohnrecht an einer Immobilie oder der Nießbrauch – also die uneingeschränkte Nutzung einzutragen sei. Beides hat seine Berechtigung. Die mehr als 60 Besucher trugen im Anschluss an den Vortrag eine Veilzahl von speziellen Fragen heran.