AKTUELL: Familienradtour 2021 erfolgreich

Familienradtour am 2. Oktober 2021

zur Kirche Sankt Jakob in Schönberg


      

Bilder: Kirche St. Jakobus in Schönberg und Ferdinand Steffan bei seinem Referat


       

Bilder: Ausblick / Einkehr im Gasthof Suranger  


Tanz in den Mai 2022

Nach zweijähriger Corona-Pause waren Wirtin und Musiker sich einig: Der Saal könnte eine Nummer zu groß sein; und so spielte man lieber unten in den Gasträumen. Das zahlreiche tanzbegeisterte Publikum nahm auch dieses Angebot gerne an, und die Stimmung war ausgelassen wie zu Zeiten vor der Pandemie.


Niemand konnte ahnen, dass dies der (sehr wahrscheinlich) letzte Auftritt von Fox Musica sein würde. Genau zwei Monate später, am 30. Juni, erlag Horst Maier (Bild rechts) ein halbes Jahr nach seinem 80. Geburtstag einem plötzlichen Herzversagen. 

Er war der mit Abstand wichtigste Musiker des Ensembles: Ein begnadeter Jazzpianist und einfühlsamer Sänger, vielseitig am Tenorsaxophon, spielte er am Akkordeon gleichermaßen souverän Tangos und Musette-Walzer. Ihn zu ersetzen, scheint schier unmöglich. In einer eindrucksvollen Trauerfeier nahm auch der Rest des Ensembles von seinem Chef musikalisch Abschied.

Für die Tanzpaare aus Nah und Fern endet ebenfalls eine Ära, in der man gerne nach Schnaitsee zum "Tanz in den Mai" oder "Kathreinstanz" kam, um eine Musik zu genießen, "die man sonst nirgends mehr geboten bekommt".




Gedenkfeier zum Todesmarsch am 3. Mai 1945

Die Gedenkstunde exakt 77 Jahre nach der Ermordung von 11 Gefangenen aus dem KZ-Lager Buchenwald fand dieses Jahr unter dem Vorzeichen des Überfalls der russischen Armee auf die Ukraine statt. 

Bisher hatten die Redner von den schlimmen Ereignissen einer Zeit berichtet, welche die meisten Zuhörer selber nicht mehr erlebt hatten. Obwohl auch vor dem Erstarken rechtsradikaler und militaristischen Gruppen gewarnt wurde, konnte sich bis jetzt niemand einen Krieg mitten in Europa vorstellen.



Erstmals nahm der neue Schnaitseer Pfarrer Mario FRIEDL an der Feier teil. Zur Überraschung der Anwesenden berichtete er, dass in seiner Heimatgemeinde Eging am See ein noch viel größeres Massaker an KZ-Häftlingen stattgefunden hatte, mit über 100 Toten.

Ortsheimatpfleger Reinhold Schuhbeck berichtete dieses Jahr vom Schicksal der Pfleglinge aus der "Kretinenanstalt" Berg bei Schnaitsee, die 1941 nach Hartheim bei Linz gebracht und dort ermordet wurden. Ausführlich ging er auf das Thema "Euthanasie" ein und stellte fest, dass auch heute wieder radikale Gruppen und auch Politiker in den höchsten Staatsämtern gegen Menschen, die anderer Herkunft sind, eine andere Religion oder eine abweichende politischer Einstellung haben, mit aller Härte und Brutalität vorgehen.

Auch Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und freie Meinungsäußerung seien in weiten Teilen der heutigen Welt in Gefahr, stellte Schuhbeck fest.  



Familienradtour nach Kirchstätt

Wie immer am Pfingstmontag machte sich eine größere Radlerschar aller Altersgruppen auf den Weg, diesmal in Richtung Kirchstätt. Schriftführer Richard Hellmeier berichtete in seiner Führung über die wechselvolle Geschichte dieses Kirchleins, das so ganz allein in der Landschaft steht: Über den romanischen Ursprung, die gotischen Ausmalung, die ehemals reiche barocke Ausstattung, von der nach einer Einbruchsserie in den 1960-er Jahren kaum etwas übrig ist, und über den Verlust der wertvollen Glasfenster durch eine Sprengung durch die Amerikaner 1945.



Beim Hinausgehen wurden die Besucher auf zwei flache Steinkreuze aufmerksam, die neben der Tür auf ihre weitere Verwendung warten. Es handelt sich um sogenannte "Sühnekreuze", die einst zwischen Kirchstätt und Iring an einem alten Weg gestanden hatten. Dort soll der Überlieferung nach ein Kirchstätter Bauernsohn seinen Bruder im Streit erschlagen haben.

Nach dem bis ins 17. Jahrhundert geltenden Recht konnte ein unbeabsichtigter Totschlag durch Taten der Buße straffrei bleiben: durch eine Fernwallfahrt z. B. nach Rom, dazu eine umfassende finanzielle Absicherung von etwaigen Hinterbliebenen und durch das Aufstellen eines Sühnekreuzes. Auch Jahrhunderte später wurden solche Kreuze noch gestiftet. Die beiden Kirchstätter sollen vom Heimatverein restauriert und dann an der Außenmauer des Kirchleins aufgestellt werden, durch einen Betonsockel gesichert.

Die Fahrt ging anschließend über Öden und Honau nach Frabertsham, von wo aus nach einer zünftigen Brotzeit die Heimreise angetreten wurde.