Pfarrheim Schnaitsee

Pfarrheim Schnaitsee

Die Geschichte des Pfarrheims in Schnaitsee (eingeweiht 1982) mit Pfarrsaal, Seniorenstüberl, Kegelbahn, Jugendcafé Epsilon und Pfarrbücherei hängt eng zusammen mit einer Einrichtung aus fernen Zeiten, dem Benefiziaten-Haus, kurz Benefizium genannt.


Im Mittelalter war Schnaitsee eine Großpfarrei mit 12 Gotteshäusern, von Kirchstätt im Osten bis Babensham im Westen. Alle diese Kirchen wurden von einem Zentrum aus vom Pfarrer und seinen Kaplänen versorgt. Der geografische Mittelpunkt jedoch war nicht Schnaitsee, sondern der im 12. Jahrhundert gegründete Pfarrhof im ca. zwei Kilometer nordwestlich liegenden Berg, dem sog. "Pfaffenberg". Von hier aus mussten die Kirchen mit der Kutsche, dem Pferd oder auch zu Fuß von den Priestern erreicht werden.


Rechts hinter der Kirche der alte Pfarrhof, der 1993 abgerissen wurde, dahinter die Ökonomiegebäude

links von der Kirche der 1897 neu errichtete Pfarrhof in seiner heutigen Form (Foto von 1957)


Im Laufe der Jahrhunderte stellte sich heraus, dass der östliche Teil der Pfarrei, besonders St. Magdalena in Kirchstätt, zu weit von Berg entfernt war und somit nicht gut zu versorgen war. Auch die Hauptkirche Maria Himmelfahrt in Schnaitsee mit der Nebenkirche Sankt Anna und der alten Friedhofskirche Sankt Elisabeth musste jedes Mal von Berg her angefahren werden.

So wurde 1516 für die Elisabeth-Kirche ein sog. Benefizium mit Sitz in Schnaitsee errichtet. Diese Stiftung umfasste ein Wohngebäude mit Stallungen, Stadel und Remise, wurde mit einem Grundkapital ausgestattet und bekam für die Versorgung mit Naturalien den Zehent von verschiedenen der Kirche zinspflichtigen Bauern. So wird 1645 berichtet:

"Benefizium Elisabeth hat ein Haus, Hausanger und hat die Poschenpoint, Holzgrund in Schierling; hat zwei Teile Zehnt in Manzing, ein Drittel Zehnt in Mayerhof zu Kirchstätt". Als im Jahre 1518 noch das Benefizium Kirchstätt dort unterkam, war das Problem für lange Zeit behoben.


Rechts das Benefiziumgebäude, im Vordergrund der 1943 erbaute Pfarrhof (Foto von 1957)


Das Luftbild von 1957 zeigt rechts das Elisabeth-Benefizium und links davon eine Baugrube, wo 1645 bis 1892 das Benefizium Kirchstätt (genannt "Schloßgütl") gestanden hatte und wo Pfarrer Kaspar Wolf gerade begann, ein Jugend- und Pfarrheim zu bauen - aus eigenen Mitteln. Als 1962 auch noch der Kindergarten dort einzog, wurde klar, dass ein wesentlich größerer Neubau erforderlich war. Wolfs Nachfolger Georg Pitzl erwirkte 1979 eine Umbau-Genehmigung für das Elisabeth-Benefizium, ließ es aber dann abreißen. 1982 wurde das neue Pfarrheim, wie wir es heute kennen, feierlich eingeweiht. Drei Jahre später war auch das alte Jugendheim abgebrochen und an der Stelle ein zweigruppiger Kindergarten erbaut.

Zu dieser Zeit stand schon seit 1934 der neue Schnaitseer Pfarrhof (im Bild vorne), gebaut von Pfarrer Martin Bauer, der damit einen lang ersehnten Wunsch vieler seiner Vorgänger in die Tat umsetzte.