Chronik 2018

Rückblick auf die Veranstaltungen des Jahres 2018
 

27. Januar: Jahreshauptversammlung mit Neuwahl der Vorstandschaft

Gut 40 Gäste besuchten die Jahresversammlung im Gasthaus "Zur Post-Ederer". Eingangs der Veranstaltung zeigte Vereinsmitglied Dr. Arnold Böhm in wunderbaren Bildern seine 14-tägige Pilgerwanderung auf dem Jakobsweg im wildromatischen Bereich Galiziens.

1. Vorstand Reinhold Schuhbeck gab im Jahresbericht Rechenschaft über die Aktivitäten im Berichtjahr 2017. Vorträge zu historischen Themen genauso wie über heutige Krisenherde, Exkursionen zu Kirchen und Landschaften der Umgebung, Maitanz und Schafkopfrennen, Leaderprojekte, wie Webcam am Fernsehturm oder Ladestationen für E-Bikes und Elektro-Autos. Der Heimatverein konnte mit seinen über 200 Mitgliedern so bei seinen Veranstaltungen ein Publikum von mehr als 500 Personen erreichen.

Schriftführer Richard Hellmeier stellte das Jahresprogramm 2018 vor. Wieder wird mit elf Veranstaltungen eine bunte Palette von Themen angeboten: Exkursionen zum Kraftwerk Töging und entlang des wilden Inns, Gedenken an den KZ-Todesmarsch bei St. Leonhard und Besuch der Landesausstellung in Ettal, Maitanz und Leonhardi-Schafkopf, usw.

Kassenwart Dr. Alexander Taschke konnte in seinem Bericht sogar ein kleines Plus verzeichnen. Die Kassenprüfer Stefan Reinthaler und Manfred Heistracher bestätigen die ordnungsgemäße Kassenführung, sodass die Versammlung die Entlastung erteilte.

1. Bürgermeister Thomas Schmidinger übernahm dann die Abwicklung der Vorstands-Neuwahl. Der bisherige 1. Vorsitzende, Reinhold Schuhbeck trat nicht mehr zur Wiederwahl an. Er wolle sich künftig auf das Amt des Ortsheimatpflegers konzentrieren. Dr. Arnold Böhm erklärte sich zur Wahl als 1. Vorsitzender bereit und wurde mit großer Zustimmung gewählt 2. Vorsitzender Altbürgermeister wurde Vitus Pichler wiedergewählt, ebenso Kassenwart Dr. Alexander Taschke und Schriftführer Richard Hellmeier.  Als Kassenprüfer wurde Stefan Reinthaler wiedergewählt, Dr. Rosina Wäsle übernimmt dieses Amt neu, da Manfred Heistracher weiterhin als Beirat fungiert

Als Beiräte wurden berufen: Dr. Ulrich Frost (Kultur, Volkskunde, Geographie, Geologie, PC-Arbeiten, Mädchen für Alles), Manfred Heistracher (Jugend, Verbindung zu Schulen), Eugen Maron (Historie), Marin Meisl (Infrastruktur, Ortsgestaltung, Rad- u. Fußwege), Agathe Oberlechner-Kiermaier (Geschichte, historische Belange, Archäologie), Josef Wagner (landwirtschaftliche Historie, altes Handwerk, Bodendenkmäler).

 

28. Februar: Blühflächen-Planungen für 2018

Beim Treffen der Blühflächen-Organisatoren beim Heimatverein und den bisherigen Paten der Aktion wurde vereinbart, dass auch heuer wieder auf öffentlichen Flächen Blumen-Mischungen eingesäet werden. Sie mögen zwar nur ein "Tropfen auf den heißen Stein" sein, aber sie bieten Insekten Nahrung, dem Betrachter Freude und dem Ort und der Gemeinde Ansehen. Der Heimatverein bietet hierbei Beratung und Organisation, Toni Haas kümmeret sich um die Koordination der Bodenbearbeitung, die wieder unentgeltlich Gartenbauer Peter Jell übernimmt.

 

24. März: Exkursion zum Kraftwerk Töging
mit Mundartlesung

17 Interessierte besuchten das seit 1924 bestehende Inn-Flusskraft in Töging. 30 m stürzt das Innwasser auf die 15 Turbinen hinab und kann so 564.000 MWh Strom im Jahr erzeugen. Seit beinahe 100 Jahren erledigen die Maschinen ihren Dienst.

Im Anschluss daran las Ing. Ernst Müller aus seinem Buch „Glasschermviertla“ in dem er seine Jugendzeit zu Ende des 2. Weltkrieges erzählt.

 

 

30. April: Tanz in den Mai

Es waren ca. 60 Besucher anwesend, die zu ca. der Hälfte von Auswärts kamen. Die Besucher waren von der Organisation und der Musik begeistert und warben für das Beibehalten dieser Veranstaltung. Das Ensemble Fox Musica in der aktuelle Besetzung - Horst Maier Klavier, Akkordeon und Tenor-Saxofon, Reinhold Schuhbeck Bass und Klavier, Dieter Franz Gitarre, Peter Opielka Schlagzeug und Almut Franz Geige und der bekannten Violinistin Elisabeth Berndlmeier - zog wieder alle Register und brachte die Tanz-Freudigen beim mit schönen Musette-Walzer, Tangos und Ragtimes erweiterten Programm rasch auf die Tanzfläche. Durch das Fehlen eines Pächters im Schnaitseer Wirth musste der Heimatverein leider finanzielle Einbußen hinnehmen.

 

4. Mai: Gedenkfeier zum Todesmarsch 1945

"Warum ist auch nach 75 Jahren die Erinnerung an die Gräueltaten im Jahr 1945 so wichtig?" Diese Frage stellte Ortsheimatpfleger in das Zentrum der Gedenkfeier an der KZ-Gedenkstätte bei Sandgrub. Dieses Jahr berichtete er über den Teil der Todesmärsche, der Ende April 1945 bei Kirchloibersdorf endete. 38 Tode wurden im Umfeld gezählt. Sie wurden im Kirchlobersdorfer Freidhof beerdigt. Die US-Truppen ließen sie nach dem Einmarsch exhumieren und die Bevölkerung musste an den Leichen vorbeiziehen.  Am sogenannten "Reindlkreuz" wurden sie erneut bestattet. 1957 wurde diese Gedenkstätte aufgelöst und die Särge nach Flossenbürg gebracht.
Es gab aber auch Bürger, die selber unter Todesgefahr entflohene Häftlinge versteckten und sie so vor den SS-Schergen retteten.

Die Musikkapelle Schnaitsee trug den musikalischen Rahmen der Feier bei. Diakon Konrad Maier hatte zur Andacht einen "Tränenkrug" mitgebracht. Er symbolisierte das ungeheuere Leid damals, aber auch heute noch an Menschen geschieht. Etwa 70 Besucher nahmen ergriffen an der Gedenk-Andacht teil.

 

Pfingstmontag, 21. Mai: Familenradtour auf dem Inntal-Radweg zum Kloster Gars

43 Radler machten sich auf den Weg um über den Schnaitseer Höhenrücken über Kirchloiberesdorf, Irlham die Hangkante ins Inntal zu erreichen. Erstes zielwar die Königswarter Eisenbahnbrücke bei Au am Wald. Auf dem Inn-Radweg ging es nun gemächlicher zum Kloster Gars. Im Klostercafè wurde eine kräftigende Pause eingelegt. Heimatforscher Meinrad Schroll führte dann die Teilnehmer durch die Klosterkirche, wo besonders die sitzend aufgestellte Reliquie des Hl. Felix beeindruckte. Über Mittergars musste nun der Höhenabstieg am steilen Berg bei Kochöd wieder wettgemacht werden, um das Gasthaus in Unterreit zum Abschluss zu erreichen. Es war zwar eine vom Höheprofil her anstengende Tour, die aber in unbekanntere Gegenden führte und bei dem schönen Wetter Freude machte.

 

 

 

28. Juli: Besuch der Landesausstelltung im Kloster Ettal

Die Ausstellung stand unter dem Motto "100 Jahre Freistaat Bayern - Mythos, Wald, Gebirg und Königstraum". Zusammen mit dem Heimatverein Wasserburg machten sich 41 Teilnehmer, davon 11 aus Schnaitsee auf die Reise. Am Vormittag unternahme eine Gruppe mit dem Klosterförster eine Rundwangerung um Ettal und erfuhr dabei viel Wissensweertes über den Forstbetreib des Klosters aber auch die Klostergeschichte selbst. Eine zweite Gruppe wurde von Reinhold Schuhbeck drch die Klosterkirche geführt. Der Nachmittag gehörte dann ganz dem Besuch der Ausstellung, in der in vielfältiger Weide der Frage nachgesürt wurde, wie es denn zu dem Mythos "Bayern" kam. Interessant zu beobachten waren die Fernseh-Aufzeichnungen zu dem Thema im Klosterhof, bei denen auch viele bekannte bayerische Größen  aus Kultur, Sport und Politik zu sehen waren.

 

9. September: Beteiligung am Matthäusmarkt

Auch heuer wieder beteiligte sich der Heimatverein mit eim Marktstand am traditionellen "Schnaitseer Matthäusmarkt.  Das Quiz des Heimatvereins drehte sich um die drei Schnaitseer Kirchen. Es gab zehn tolle Preise von regionalen Betrieben zu gewinnen. Etwa 160 Marktbesucher nahmen daran teil. Der Heimatverein stellte am Stand seine Tätigkeiten vor und zeigte Ausstellungsstücke für"Volksfrömmigkeit".

 

 

 

29. September: KZ-Gedenkstätte im Mühldorfer Hart

Bereits vor mehr als 10 Jahren hatte der Heimatverein Schnaitsee die dortigen beeindruckenden Reste der Flugzeug-Montagehallen aus dem Ende der NS-Zeit besichtigt. Mittlerweile wurde das gesamte Gelände des zum KZ Dachau gehörigen Außenlagers Mettenheim als Gedenkstätte ausgebaut. Franz Langstein vom Verein "Für das Erinnern" zeigte neben dem imposanten Bunkerbogen auch das Gelände des Waldlagers und die ehemaligen Massengräber. Obwohl die Natur schon ein grünes Leichentuch darüber breitete, sind noch die zahlreichen Gruben der Erd-Wohnstätten und der mehre Tausende Leichen fassenden Gräber zu sehen. Die Besucher machte betroffen, dass solche Gräueltaten  im Umlkreis der eigenen Heimat geschahen.