Chronik 2017

Rückblick auf die Veranstaltungen des Jahres 2017

 

3. Februar: Jahreshauptversammlung

Annähernd 50 Gäste besuchten die Jahresversammlung im Gasthaus "Zur Post" (Ederer). Gleich eingangs zeigte Vereinskassier Alexander Taschke einen Bilder-Vortrag über seine Radtour durch Kuba im Jahre 2005. Mit 240 ausdrucksstarken Bildern vermittelte er einen Eindruck über Situation und Schönheit des sozialistischen Karibik-Staates - ein Mischung aus morbidem Lebensstil und verwaltetem Mangel.

  Schriftführer Richard Hellmeier ließ im Rahmen einer Präsentation die Veranstaltungen und Arbeiten des Heimatvereins im Jahre 2016 Revue passieren. Mit 6 Sitzungen organisierte die Vorstandschaft 17 Veranstaltungen an denen mehr als 450 Personen direkt teilnahmen.

   1. Vorsitzender Reinhold Schuhbeck stellte das Programm für 2017 vor. Darin bietet der Heimatverein wieder mit 12 Veranstaltungen und Aktionen beinahe für jeden etwas: Vorträge, Exkursionen,Tanz, Familienradtour, historische Informationen, Schafkopf-Abend, Dialekt-Vortrag.

   Wegen des defizitären Erntetanzes im Herbst 2016 musste Kassenwart Alexander Taschke eine kleine Verringerung des Vereinsvermögens bekannt geben. Die Kassenprüfer Manfred Heistracher und Stefan Reinthaler bescheinigten aber eine ordnungsgemäße Kassenführung, sodass die Versammlung der Vorstandschaft die Entlastung erteilte.

   1. Bürgermeister Thomas Schmidinger bezeichnete die Arbeit des Heimatvereins einen besonderen Gewinn für die Gemeinde Schnaitsee.

Die Vereinsleitung versprach auch in 2017 das Projekt "Schnaitsee blüht auf" weiter zu unterstützen.

 

3. März: Meine Zeit im Nahen Osten

Peter Rink gibt Einblicke in den Syrien-Konflikt

Peter Rink, li., Reinhold Schuhbeck re. Peter Rink, Direktor des Gymnasiums Wasserburg, arbeite als junger Lehrer 14 Jahre an deutschen Schulen in Alexandria, Ägypten und Beirut, Libanon. Dabei knüpfte er Verbindungen nach Syrien, die auch heute noch bestehen.

   Dadurch konnte er einen sehr aufschlussreichen Bericht über das Zustandekommen der heutigen Situation im Nahen Osten geben: angefangen vom Ende des Osmani-schen Reiches über das Ränke-spiel der Weltmächte bei der Staatenbildung hin zu der vermeintlichen Zerschla-gung der dortigen Diktaturen.

   Seiner Meinung nach kommt das westeuropäische Demokratieverständnis aber bei der noch immer durch Religion und Stammeshierarchie geprägten Bevölkerung der Nahost-Staaten nicht gut an. Darum enden alle westlichen Eingriffe im Chaos. Die verfeindeten Gruppierungen und Stämme verstricken sich in endlosen Bürgerkriegen und beschwören dadurch eine nie gekannte Flüchtlingswelle aus.

   Peter Rink betreibt zusammen mit dem Rotary-Club den Aufbau von Schulen im Grenzgebiet zwischen Libanon und Syrien. Denn „Bildung schafft Verantwortung und damit wächst die Zuversicht in die eigene Zukunft“. Somit kann ein klein wenig humanitäre Hilfe in die Region gebracht werden.  Wie groß das Interesse an der Thematik war, zeigte die große Zahl von mehr als 50 Besuchern, denen Peter Rink in einer langanhaltenden Diskussion Rede und Antwort stand. Zum Abschied wurden dem Referenten spontan gesammelte Spenden in Höhe von über 500.- Euro übergeben.

 

29. April: Tanz in den Mai

   Knapp 70 Besucher kamen um beim "Tanz in den Mai" wieder einmal so richtig das Tanzbein zu schwingen. Das Ensemble "Fox Musica" bot auch heuer wieder ihr vielfältiges Tanz-Musik-Repertoire.

   Die aktuelle Besetzung - Horst Maier Klavier, Akkordeon und Tenor-Saxofon, Reinhold Schuhbeck Bass und Klavier, Dieter Franz Gitarre, Peter Opielka Schlagzeug und Almut Franz Geige – konnte durch die von ihren Auftritten beim Musikverein bekannte Violinistin Elisabeth Berndlmeier erweitert werden.

Da der "Schnaitseer Wirth" derzeit noch über keinen Pächter verfügt, wurdedie Bewirtung durch Catering gesichert. 

 

5. Mai: Gedenkfeier am KZ-Mahnmal Sandgrub
  aus Anlass des Todesmarsches im Mai 1945

An die 60 Besucher waren der Einladung von Heimatverein und Musikverein zur Gedenk-feier am KZ-Mahnmal bei Sandgrub gefolgt. Heuer berichtete Friedbert Mühldorfer über die Geschehnisse zu Kriegsende 1945 im Raum Traunstein. Ausgehend von den Lagern im Raum Ausschwitz wurden 700 000 Häftlinge Richtung Südwesten getrieben, damit die heranrückende Rote Armee sie nicht sehen könne. Im Bereich Südostbayern aber kamen den von der SS geführten Häftlings-strömen die alliierten Truppen entgegen.

   Dadurch lösten sich diese "Todesmärsche" auch im Raum  Schnaitsee und Traunstein auf. Bei Surberg erschossen die Wachen die letzten 67 Häftlinge. Über einige Stationen entstand dort auch eine Gedenkstätte, an der seit 1985 Gedenkfeiern stattfinden.

   Friedbert Mühldorfer ist über all die Jahre einer der Motoren für die Aktionen "Wider das Vergessen". Heimatvereins-Vorsitzender Reinhold Schuhbeck erinnerte an die elf Toten im Raum Schnaitsee - etwa 50 Todgeweihte konnten noch in der folgenden Nacht entkommen.

   Richard Hellmeier stellte die Andacht unter das Motto "Glaube allein hilft nicht - Taten müssen folgen". Die Kapelle des Musikvereins gestaltete die Feier, dem Mai entsprechend mit anrührenden Marienliedern.

 

Pfingstmontag, 5. Juni: Familienradtour
  nach St. Leonhard und Grünthal

Bei strahlendem Wetter machten sich knapp 30 Radler in Schnaitsee auf Nebenstraßen auf den Weg zur Familien-radtour nach Sankt Leonhard. Dort stießen nochmals Radler und PKWs mit Besuchern hinzu, so dass schlussendlich ca. 60 aufmerksame Teilnehmer der Kirchenführung von Restauratorin Petra Schwaerzel in der Pfarrkirche St. Leonhard lauschten. In ausführlicher Weise stellte sie Vorerhebungen, Planungen und Ausführung der Restaurationsarbeiten vor. Für St. Leonhard kam die Arbeitsweise der Reinigung und Sicherung des Gotteshauses zur Anwendung. 

 

 Damit wurde der Charakter der alten Wallfahrtskirche bewahrt. Nur das Hochaltarbild erfuhr eine aufwändigere Sanierung. Damit erstrahlt trotz einer starken Vergilbung die Darstellung der "Himmelfahrt Mariens" wieder in kräftigen Farben.

   Anschließend führte die Tour weiter nach Grünthal (urk. 1030). An der St. Andreas-Kirche erwartete Pfarrer Georg Schinagl bereits die Besucher. Gespickt mit Anekdoten stellte er die Pfarrkirche seiner Kinder- und Jugendzeit vor. 

   Die mit prächtigen Fresken und Skulpturen ausgestattete Kirche St. Andreas hat eine lange Geschichte mit vielen Wandlungen hinter sich. Die Pfarrei Grünthal hatte früher eine weitaus größere Bedeutung als heute. Auch die heutige Pfarrei Waldhausen war teil von ihr. Zum Abschluss erteilte Pfarrer Georg Schinagl den Gästen den Reise-Segen.

Über den kräftezehrenden Aufstieg durch den Schermanns-öder Forst ging es dann weiter zum Kaiser-Stüberl in Forstau.

   Nach dem sich alle gestärkt hatten, überreichte 1. Bürgermeister Thomas Schmidinger den Familienpreis der Radtour. Er ging heuer am Lukas, Luisa, Elias und Georg Köhldorfner. Sie hatten tapfer die 25 km lange Strecke bewältigt.

   Leider erwischte die Radler aus Schnaitsee bei der Heimfahrt doch noch ein kräftiger Regenschauer.

 

 

 

 

10. September Matthäusmarkt-Quiz

   Heuer hDer Regen hielt die Marktgäste nicht abat der Heimatverein beim Matthäusmarkt wieder den bei den Besuchern sehr beliebten Marktquiz angeboten. Das Motto hieß „Schnaitsee hat was B’sonders“. Damit waren die nicht alltäglichen Betriebe, wie die Ölmühle Garting, der Straußenhof Allerding, der Baderbräu Schnaitsee und der sehr rührige Bienen-zuchtverein gemeint. Die Teilnehmer mussten Fragen zu diesen Betrieben, die jeweils mit einem Marktstand am Markt waren, beantworten. So etwa: Was bietet der Baderbräu an Biersorten an, wie viele Speiseöle produziert die Ölmühle Garting, wievielfach ist ein Straußenei schwerer als ein Hühnerei, oder: Wie heißt die von den Schnaitseer

Bienenzüchtern gehaltene Bienenrasse. Knapp 80 Teilnehmer hatten die richtigen Antworten abgegeben. Glücksfee Katherina Taschke zog zum Marktende daraus die fünf glücklichen Gewinner. Als Preise winkten 50 Euro, gespendet von 1. Bürgermeister Thomas Schmidinger, sowie Produkt-Körbe der nachgefragten Betriebe Baderbräu, Straußenhof Chiemgau, Ölmühle Garting und Bienenzuchtverein Schnaitsee. 

   Den ersten Preis errang Johann Heistracher, Gitzen. Unter den Sachpreisen hatten die freie Auswahl: Sabine Oberleitner, Eden; Josef Brandmaier, Gars; Thomas Schreiner, Schabinghof und Anneliese Mitterer, Schnaitsee. Drei besonders eifrige junge Quizteilnehmerinnen (vorne im Bild) erhielten Ehrenpreise. Im Rahmen einer Siegesfeier im Bistrorant Vicino konnten die Gewinner ihre Preise entgegennehmen.