Chronik 2026
Dienstag, 05. Mai 2026 – 19:00 Uhr
Massenmord statt Menschlichkeit – Heimatverein Schnaitsee mit Gedenken an die heimischen Opfer der NS-Verbrechen
Vielerorts wird derzeit dem Ende des 2. Weltkrieges und den Nazi-Verbrechen gedacht, die Befreiung von diesem Terrorregime jährt sich heuer zum 81. Mal.
Auch der Heimatverein Schnaitsee hat sich das Gedenken und das Erinnern als Ziel gesetzt. Wie jedes Jahr lud man deshalb kürzlich zu einer Gedenkveranstaltung mit kurzer Andacht, die witterungsbedingt dann in der Pfarrkirche Schnaitsee statt an der Gedenkstätte in Sandgrub stattfand.

Hans Hertkorn, ehemaliger Direktor der Stiftung Ecksberg bei Mühldorf am Inn, stellte dabei heuer besonders das Thema „Euthanasie“ in den Vordergrund.
Die Gräueltaten der Nazis waren nicht irgendwo fern der Heimat. Nein, die Taten wurden auch mitten unser uns verübt, an Einheimischen, an Mitbürgern aus unserer Gegend. Und dabei ging das Regime keineswegs nur im Geheimen vor. Schon vor der Machtergreifung schwadronierte Adolf Hitler bei einer Parteiveranstaltung 1929 davon, dass etwa 700.000 bis 800.00 der „Schwächsten des Volkes“ wohl zu beseitigen seien. Und bereits im Juli 1933 wurde mittels dem sogenannten „Erbgesundheitsgesetz“ mit der Zwangssterilisation von vermeintlich Schwachsinnigen begonnen. Dies waren aber nur die Vorläufer der späteren Euthanasiemorde, die ab 1939 von der T4-Organisation reichsweit veranlasst wurden.
Davon betroffen war auch die Stiftung Ecksberg und in unserer Gemeinde Schnaitsee das dazugehörige St.-Nikolaus-Heim in Berg. Seit 1935 waren in diesem Heim jeweils gut 30 Bewohner mit schweren geistigen und körperlichen Beeinträchtigungen in einer bäuerlichen Betreuungsform untergebracht. Anhand von standardisierten Meldebogen wurden 1940 alle Bewohner von Berg nach Berlin gemeldet. Dort entschieden Ärzte allein auf Grund der wenigen Informationen auf dem Bogen wer im Heim bleiben bedurfte – und wer ermordet wurde. Allein im November 1940 wurden 25 männliche Betreute aus Berg in einem Transportzug über Eglfing nach Hartheim bei Linz transportiert. Die dortigen Tötungsanlagen dienten als Blaupause für die späteren Vernichtungslager wie Ausschwitz und Bergen-Belsen. Um den Opfern ihre Persönlichkeit zurückzugeben verlas Hans Hertkorn einige Namen der Nächsten in unserer Gemeinde: ein Otto aus Thaler, Gemeinde Peterskirchen, ein Franz Seraph aus Penzing, eine Ursula aus Bergholz bei Gars, eine Anna aus Asbach bei Kraiburg, eine Theresia aus Fraham bei Taufkirchen und weitere.
Heute lässt sich das noch so detailliert recherchieren, da die Meldebogen der Stiftung Ecksberg vorschriftenwidrig kopiert wurden und diese noch erhalten sind. Die Tötung von Menschen mit Behinderung wurden 1941 halbwegs beendet, als der sehr mutige Bischof von Münster, Clemens August Graf von Galen, dies in seiner berühmten Rede im August 1941 anprangerte.
Zum Schluss seines Vortrages ermunterte Hans Hertkorn alle Besucher das Erinnern im Bekanntenkreis hochzuhalten und zitierte dazu Hape Kerkeling und seine Rede bei der diesjährigen Gedenkfeier im KZ Buchenwald: „Die Stimmen werden lauter, endlich mit der Erinnerung aufzuhören. Aber ein Schlussstrich unter die Erinnerung ist ein Schlussstrich unter der Demokratie“.
Abschließend dankte Hans Schederecker als 2. Vorstand vom Heimatverein Hans Hertkorn ganz herzlich für seinen Vortrag und die eindringlichen Worte. Zudem dankte er Richard Hellmeier für die Gestaltung der Andacht und den Ü30-Bläsern vom Musikverein Schnaitsee für die würdige Umrahmung der Gedenkveranstaltung. 

Bild links: Hans Schederecker, 2. Vorstand Bild rechts: im Hintergrund die Ü30-Bläser des Musikvereins
Text/Bilder: Manfred Heistracher, Heimatverein Schnaitsee
Vortragstext von Hans Hertkorn
(ehemaliger Direktor der Stiftung Ecksberg bei Mühldorf am Inn):
Ich bin dem Heimatverein Schnaitsee sehr dankbar, dass er jedes Jahr an einem ganz konkreten Beispiel immer wieder an die Verbrechen erinnert, die in der Zeit des Nationalsozialismus in Deutschland begangen wurden.
Heute möchte ich als ehemaliger Leiter der Stiftung Ecksberg an ein anderes Verbrechen erinnern, das direkt in der Gemeinde Schnaitsee seinen Anfang nahm und das schon in der Frühzeit des 2. Weltkrieges. Und nicht an Polen oder Menschen anderer Nationalität sondern an Einheimischen, an Mitbürgerinnen und Mitbürgern hier aus Bayern.
Lassen Sie mich kurz den geschichtlichen Hintergrund darstellen:
Im Juli 1934 kaufte die Stiftung Ecksberg das ehemalige Pfarrgut in Berg, nachdem der Pfarrsitz nach vielen Jahrhunderten von Berg in das Dorf Schnaitsee verlegt worden war. Im Oktober 1934 zogen dann Pfarrer und Kooperatoren in das neue Pfarrhaus in Schnaitsee um.
Nach einigen Umbauten wurde das St.-Nikolaus-Heim in Berg die Wohnung von ca. 35 erwachsenen Menschen mit Behinderung. Viele Bewohner hatten schwerere geistige und körperliche Beeinträchtigungen, bei geringeren Problemen war oft eine Mitarbeit in der Landwirtschaft, in der Hauswirtschaft oder bei der Betreuung der anderen Heimbewohner möglich.
Allerdings war diese an die bäuerliche Umgebung angepasste Betreuungsform von Menschen mit Behinderung schon bald in Gefahr. Bereits vor der Machtergreifung spricht sich Adolf Hitler auf dem Parteitag 1929 der NSdAP in Nürnberg dafür aus, unter Umständen 700.000 bis 800.000 der "Schwächsten" des Volkes zu beseitigen. Unverzüglich nach der Machtergreifung 1933 beginnen er und seine Partei mit ihrem Programm gegen das sogenannte „lebensunwerte Leben“. Bereits am 14. Juli 1933 wird das Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses beschlossen, das sogenannte Schwachsinnige einer zwangsweisen Sterilisation unterwirft, wobei nur eine vage Definition von Schwachsinn gegeben wird. Auch nach der Ursache der Behinderung wird nicht differenziert, es werden auch Blinde, Taube, Epileptiker und Alkoholiker zwangssterilisiert, deren Beeinträchtigung sicher nicht genetisch bedingt war.
Im Zuge der Kriegsvorbereitungen plant man einige Jahre später dann bereits die Tötung von behinderten Menschen. Systematisch beginnt man, die geplanten Maßnahmen auch propagandistisch vorzubereiten. Hierzu beschreitet man zwei Wege: Zum einen rechnet man der Öffentlichkeit immer wieder vor, dass zum Unterhalt von "Verbrechern, Geisteskranken, Fürsorgepfleglingen oder gar Krüppeln", die alle in einem Atemzug genannt werden, mehr Geld benötigt wird als ein sogenannter Erbgesunder zum Leben zur Verfügung hat und versucht, die Behinderten mehr und mehr auf eine Stufe mit den Tieren zu stellen.
Zum anderen, versucht man, die existierenden Pflegeanstalten unter die Kontrolle des Staates zu bringen. Das gelingt nicht immer, aber im Fall von Ecksberg führt dieser Plan zum Erfolg: Nachdem als Vorbereitung auf den Einmarsch in Österreich 1938 Ecksberg für militärische Zwecke erstmals kurzzeitig geräumt wird, informiert der damalige geistliche Direktor Pfarrer Gregor Lunghamer die Angehörigen der Betreuten, dass diese Räumung Ecksberg nur "für die Zeit des Krieges" notwendig sei, da ihm dies von Seiten der Militärbehörden so mitgeteilt worden war. Dies wird von der NSdAP als gefährliche Falschinformation gewertet, die geeignet ist, Unruhe unter der Bevölkerung zu stiften. Direktor Lunghamer wird daraufhin verhaftet und darf auch nach seiner Entlassung nicht mehr nach Altmühldorf zurückkehren. Für ihn wird der Ortsgruppenleiter der NSdAP und Krankenhauskassier Anton Jobst als Leiter der Stiftung eingesetzt.
Damit ist kein Widerspruch gegen die durch die sog. Euthanasie-Ermächtigung vom Oktober 1939 von Adolf Hitler (der Erlass erlaubt explizit die Tötung von Menschen mit Behinderung) eingeleiteten Maßnahmen mehr zu erwarten. Die Sterilisierungen werden gestoppt, da die Ärzte bei den Truppen benötigt werden und der systematische Aufbau einer Tötungsmaschinerie beginnt. Eine eigene Organisation, nach ihrer späteren Adresse in der Tiergartenstraße 4 in Berlin auch T4-Organisation genannt, beginnt noch im Jahr 1939 mit der Erfassung aller Heil- und Pflegeanstalten sowie ab 1940 mit der Erfassung aller Bewohner auf sogenannten Meldebogen.
Im Juni 1940 werden von der Zentralstelle in Berlin diese Meldebogen nach Berg geschickt, in denen für jeden Betreuten detaillierte Angaben über Herkunft, familiäre Situation, Art und Schwere der Beeinträchtigung und seine Beschäftigung verlangt werden. Diese werden im Verlauf des August 1940 ausgefüllt und nach Berlin zurückgesandt.
Dort entscheiden Ärzte ohne persönliche Diagnose allein auf Grund des Bogens darüber, wer in den Einrichtungen verbleiben darf und wer ermordet wird. Aus den uns noch erhaltenen Meldebögen, von denen in der Stiftung Ecksberg gottseidank vorschriftenwidrig Abschriften gemacht werden, lässt sich eindeutig ablesen, dass bei diesen Entscheidungen nicht die Diagnose, sondern ausschließlich die Arbeitsfähigkeit des Betreuten ausschlaggebend war. Es hat mich tief erschüttert, als ich z. B. bei einer nur 29 Jahre alten Bewohnerin lesen musste: "Geistig rege, kann lesen und etwas rechnen" aber gleichzeitig mit den lapidaren Worten "Wegen Krüppelhaftigkeit (heute würde man sagen wegen körperlicher Behinderung) zu keinerlei Beschäftigung zu verwenden" das Todesurteil gesprochen wird. Oder wenn eine 52jährige verheiratete Frau, die sich nach der Geburt eines Kindes eine Gehirnhautentzündung zugezogen hat wegen einer sich darauf entwickelnden Parkinsonschen Krankheit in den Tod geschickt wird.
Am 4. November 1940 schließlich wurden laut Empfangsbestätigung der Einrichtung in Eglfing-Haar 25 männliche Betreute aus Berg nach Haar transportiert. Auf ihren Meldebögen, von denen 24 noch erhalten sind, steht ausnahmslos die Bemerkung „Zu keinerlei Arbeit zu gebrauchen“. Die Männer werden mit Bussen abgeholt, einige Ecksberger Schwestern dürfen sie zur pflegerischen Betreuung begleiten. Zurück in Berg bleiben nur die für die tägliche Arbeit unentbehrlichen 6 Männer und 3 Frauen.
In Haar-Eglfing dann herrschen unmenschliche Zustände. Im Bericht einer Schwester können wir lesen: "In Eglfing mussten wir noch einen ganzen Tag in einem kleinen Raum mit 29 Personen ohne ausreichende Sitzgelegenheit verbringen. Da nur zwei kleine Tische vorhanden waren, musste ein Teil der Pfleglinge das Essen stehend einnehmen. Das Essen war so wenig und schlecht, dass die Pfleglinge vor Hunger verfaulte Kartoffeln und Schalen aßen. Am Transporttag mussten die Pfleglinge um 4 Uhr früh aufstehen. Bei den für den Transport nach Hartheim bei Linz an der Donau vorgesehenen Behinderten wurde mittels eines Stempels an den Schulterblättern eine Nummer zu Identifikationszwecken angebracht. Um 4.45 Uhr ging es dann bei großer Kälte (es ist Januar!) zum Transportzug. Bei schlechter Beleuchtung war die Verladung einem Viehtransport zu vergleichen. Die Fenster waren dicht gefroren; sicher waren die Wagen ungeheizt. Auf die Befürchtung, es könnten die Gehbehinderten keine Sitzgelegenheit bekommen, sagte ein Mann: "Schwester, die brauchen nichts mehr, die kommen nicht weit."
Am 24. Januar 1941 werden die ehemaligen Bewohner von Berg zusammen mit anderen Betreuten aus Ecksberg in einem Sammeltransport per Bahn nach Linz und von der dortigen Zwischenstation im Ortsteil Niedernhart ganz in der Nähe des Hauptbahnhofs in den Tagen darauf mit Bussen nach Hartheim gebracht.
In Hartheim selbst wird dann die planmäßige Tötung von Menschen durchgeführt, die dann später in den Vernichtungslagern wie Bergen-Belsen oder Auschwitz millionenfach angewandt wird. Man erprobt die massenhafte Tötung und Beseitigung von Menschen. Nach einer Aufnahmeprozedur, in der die aufgestempelte Nummer wie bei Schlachtvieh mit den Listen verglichen wird, werden die Behinderten in eine als Baderaum getarnte Gaskammer gebracht. In diese Kammer wird das giftige Gas Kohlenmonoxid eingeleitet. Nach ca. 1 1/2 Stunden wird die Gaskammer entlüftet, den Leichen werden – soweit vorhanden - Goldzähne gezogen und die Körper in einem eigens errichteten Krematorium verbrannt. Den Angehörigen schickt man standardisierte Todesnachrichten, in denen erfundene, aber medizinisch nicht völlig unsinnige Todesursachen angegeben werden wie z. B. an Ruhr oder auch an Gesichtsrose.
Zu Tarnungszwecken, damit nicht zu viele Todesnachrichten mit ähnlichem Datum und ähnlicher Todesursache verschickt werden, werden auch Akten an andere Tötungsanstalten verschickt, obwohl die Ermordeten gar nie dort gewesen waren. So finden sich z.B. in unseren Akten auch Briefe aus Grafeneck in Oberschwaben.
Allein in Hartheim bei Linz werden so in den Jahren 1940 und 1941 über 18.000 Behinderte vergast, insgesamt sind es in den 6 Tötungsanstalten im Reichsgebiet in dieser Zeit über 70.000 Menschen.
Unter den 248 ermordeten Bewohnern der Stiftung Ecksberg mit ihren 3 Standorten Ecksberg, Bachham und Berg waren keine Betreuten direkt aus Schnaitsee. Am nähesten hatten ihre Heimat ein Johann Baptist aus Reichertsheim bei Haag mit dem Vormund in Hochschatzen, ein Otto aus Thaler Gde. Peterskirchen, ein Franz Seraph aus Penzing bei Wasserburg, eine Ursula aus Bergholz bei Gars, eine Anna aus Asbach bei Kraiburg und eine Theresia aus Fraham bei Taufkirchen.
All dies konnte geschehen, da ein verbrecherisches Regime den einzelnen Menschen als Person, als von Gott geschaffenes einzigartiges Kind Gottes nicht mehr anerkannte und ihn stattdessen nur nach seinem wirtschaftlichen Wert als Sache behandelte.
Die Tötung von Menschen mit Behinderung in Anstalten wurde erst beendet, nachdem sie der Bischof Clemens August Graf von Galen am 3. August 1941 in einer Predigt in der Lambertikirche in Münster öffentlich gemacht hatte. Die heimliche Tötung durch eine sogenannte Hungerkost (Essen ohne Eiweiß nur mit Kohlenhydraten) und die Tötungen in den Konzentrationslagern gingen aber bis Kriegsende weiter.
In seiner berühmten Predigt sagte Bischof von Galen mutig: "Eine furchtbare Lehre, die behauptet, man dürfe sogenanntes lebensunwertes Leben vernichten, also unschuldige Menschen töten, wenn man meint, ihr Leben sei für Volk und Staat nichts mehr wert. Eine furchtbare Lehre, die die Ermordung Unschuldiger rechtfertigen will, die die gewaltsame Tötung der nicht mehr arbeitsfähigen Invaliden, Krüppel, unheilbar Kranken, Altersschwachen grundsätzlich freigibt.
Warum sollen die armen wehrlosen Kranken umgebracht werden? Nicht weil sie ein todeswürdiges Verbrechen begangen haben, nicht etwa, weil sie ihren Wärter oder Pfleger angegriffen haben, so daß diesem nichts anders übrig blieb, als dass er zur Erhaltung des eigenen Lebens in gerechter Notwehr dem Angreifer mit Gewalt entgegentrat. Nein, nicht aus solchen Gründen müssen jene unglücklichen Kranken sterben, sondern darum, weil sie nach dem Urteil irgendeines Amtes, nach dem Gutachten irgendeiner Kommission lebensunwert geworden sind, weil sie nach diesem Gutachten zu den unproduktiven Volksgenossen gehören. Man urteilt: sie können nicht mehr Güter produzieren, sie sind wie eine alte Maschine, die nicht mehr läuft,, sie sind wie ein altes Pferd, das unheilbar lahm geworden ist, sie sind wie eine Kuh, die nicht mehr Milch gibt. Was tut man mit solch einer alten Maschine? Sie wird verschrottet. Was tut man mit einem lahmen Pferd, mit solch einem unproduktiven Stück Vieh? Nein, ich will den Vergleich nicht bis zum Ende führen, so furchtbar seine Berechtigung ist und seine Leuchtkraft.
Hier handelt es sich um Menschen, unsere Brüder und Schwestern. Arme Menschen, kranke Menschen, unproduktive Menschen meinetwegen! Aber haben sie damit das Recht auf das Leben verwirkt? Hast du, habe ich nur so lange das Recht zu leben, solange wir produktiv sind, solange wir von anderen als produktiv anerkannt werden? Wenn einmal zugegeben wird, dass Menschen das Recht haben, unproduktive Menschen zu töten, dann ist grundsätzlich der Mord an allen unproduktiven Menschen, also an der. unheilbar Kranken, den Invaliden, dann ist der Mord an uns allen freigegeben, wenn wir alt und altersschwach und damit unproduktiv werden.“
Bischof von Galen passiert nach dieser Predigt nichts, aber die Verbreitung der Predigt wird unter Strafe gestellt. Bei vier Ecksberger Schwestern wurde bei einer Durchsuchung eine Abschrift der Predigt gefunden. Drei davon kommen ins Gefängnis, eine davon sogar ins KZ.
In den letzten Jahren ist auf dem Gebiet der Anerkennung der Menschenrechte der Menschen mit Behinderung viel Positives geschehen, die Angebote und die Betreuung sind immer wieder verbessert, differenziert und auf die jeweils individuellen Gegebenheiten angepasst worden.
Aber bleiben wir wachsam: Im Wahlprogramm der AfD Sachsen-Anhalt ist zu lesen, dass man die Fortschritte auf dem sicher nicht leichten Weg der Integration von Schülern mit Behinderung in sog. Normalklassen wieder zurückdrehen will. Behinderte Kinder lähmen der Meinung dieser Partei nach den Unterrichtsfortgang. Es hat eine Zeit begonnen, in der durch immer radikalere Wortwahl eine Abstumpfung eintreten kann, man gewöhnt sich schrittweise an abwertende Gedanken. Die Abstände zu Taten werden kleiner. Menschen mit Behinderung sollen wieder an den Rand gedrängt werden.
Das damals von Bischof von Galen Gesagte ist heute genauso gültig. Wichtig ist, dass die älteren und die jüngeren Generationen sich immer wieder an die Verbrechen erinnern und wie es dazu kam. Hape Kerkeling sagte in diesem Jahr bei der Gedenkfeier im KZ Buchenwald: „Die Stimmen werden lauter, endlich mit der Erinnerung aufzuhören. Aber ein Schlussstrich unter die Erinnerung ist ein Schlussstrich unter die Demokratie.
Dem Heimatverein Schnaitsee möchte ich von ganzem Herzen für diese seine Erinnerungsarbeit danken!
Text: Hans Hertkorn
30. April 2026
"Tanz in den Mai" im Saal der "Taverna Ägäis"
Beginn: 19.30 Uhr

Das Ehepaar Lizzy und Walter Frank spielte Tanzmusik vom Feinsten.
Ihr Repertoire reichte von klassischer Tanzmusik, über die 70er Jahre, bis Soul & Disco.
Der Eintritt war frei, Spenden waren erwünscht.
18. April 2026
Heimatverein Schnaitsee erkundet Berchtesgaden
zwischen Dokumentationszentrum Obersalzberg
und Kirschblüten
Bei schönstem Aprilwetter erkundete der Heimatverein Schnaitsee kürzlich eine der schönsten Landschaften Deutschlands: den Berchtesgadener Talkessel mit dem Obersalzberg.
Im vollbesetzten Reisebus ging es zunächst zum Dokumentationszentrum Obersalzberg. Eine Dauerausstellung zeigt hier die Geschichte des ehemaligen Bergbauerndorfes hin zum hermetisch abgeriegelten Sperrgebiet für die Führungselite der Nationalsozialisten um Adolf Hitler. Zu Beginn der 20. Jahrhunderts öffnete sich das abgelegene Dorf Obersalzberg zunächst ein wenig dem Fremdenverkehr. Als Reichskanzler ab 1933 inszenierte sich Adolf Hitler in diesem Bergidyll als volksnaher Politiker. Tatsächlich baute die NS-
Führungsclique sich mit Drohungen und Gewalt hier einen vollwertigen Regierungssitz auf. Viele seiner zerstörerischen Entscheidungen traf der Reichskanzler in seinem Berghof. Im Mai 1945 zerstörten die britischen und amerikanischen Truppen fast alle Gebäude auf dem Obersalzberg. Trotzdem blieb es lange Zeit ein Anziehungsort für Ewiggestrige.
Die Ausstellung zeigt sehr eindrücklich, welch Wahnsinn hier geplant und vorbereitet wurde.
Am Ende konnten auch die Bunkeranlagen besichtigt werden, die die einzelnen Gebäude einst unterirdisch verbanden.
Bild: Gruppenfoto vor dem Dokumentationszentrum Obersalzberg
Nach dem Mittagessen im Biergarten eines Berggasthofes mit bestem Blick auf das Watzmannmassiv fuhr man runter zum Markt Berchtesgaden, wo in zwei Gruppen Führungen durch den Ort angeboten wurden.
Der Markt Berchtesgaden hat zwar nur knapp 8.000 Einwohner, war aber über Jahrhunderte der Hauptort eines reichsunmittelbaren Fürstentums mit Sitz im Reichstag. Die Fürstpröpste von Berchtesgaden waren bis 1803 zugleich geistliche und weltliche Herrscher. Ab 1810 wurde man dann Teil von Bayern, das ehemalige Chorherrenstift wurde zum Sommerschloss der Wittelsbacher. Die Salzgewinnung war Haupteinnahmequelle für viele Generationen, noch heute stehen die Bürgerhäuser mit ihren Lüftlmalereien in der kleinen Fußgänger
zone für einen gewissen Wohlstand.
Zum Abschluss fanden sich die meisten Teilnehmer im Kurgarten von Berchtesgaden ein. Hier feierte man mit Live-Musik, Foodtrucks und reichlich Getränkeständen das Kirschblütenfest, auch wenn es aufgrund der kalten Witterung noch keine wirkliche Blütenpracht zu feiern gab.
Organisator Arnold Böhm zeigte sich bei der Rückfahrt in Berchtesgaden sehr erfreut über die tollen Einblicke, die der Heimatverein gewinnen konnte und dankte allen Teilnehmern für die Mitfahrt.
Bild: Auf dem Schlossplatz bei der Führung durch den Markt Berchtesgaden
Vortragstext von Dr. Arnold Böhm:
Der Heimatverein freut sich über die zahlreichen Teilnehmer an der Fahrt zum Obersalzberg, die zusammen mit der KSK veranstaltet wurde.
Bild rechts: © Dokumentation Obersalzberg / Melanie Diehm
Heute darf ich euch meine Heimat, eine der schönsten Landschaften Deutschlands zeigen, in der ich bis zu meinem Umzug nach Schnaitsee habe leben dürfen.
Der Obersalzberg mit seinen Wiesen und Wäldern ist der nördliche Ausläufer des "Hohen Gölls" und des "Kehlsteins". Er ist ein Teil des Berchtesgadener Talkessels, in dem bäuerliche Familien Jahrhunderte lang lebten und ein karges Auskommen aus der Landwirtschaft und auch aus der Arbeit im Salzbergwerk hatten.
Ein Wandel setzte am Obersalzberg ein, als um die Jahrhundertwende 1800/1900 mit der industriellen Revolution wohlhabende Unternehmer und der Adel sowie einige Künstler diese bisher abgeschiedene Gegend entdeckt haben.
Es entstanden bescheidene Pensionen und Gasthäuser auf dem Obersalzberg, die ersten Schritte des Fremdenverkehrs im Berchtesgadener Land.
Wir sind heute aber nicht wegen der Schönheiten dieser Landschaft hierhergefahren. Im Dokumentations-zentrum werden wir mit sehr vielen Gräueltaten des Naziregimes konfrontiert werden. An dieser Stelle möchte ich anhand der Geschichte des Obersalzbergs zeigen, was die Naziherrschaft für die Bevölkerung meiner Heimat bedeutete: ein totalitäres System mit Verfolgung, Vertreibung und letztendlich der Zerstörung des seit Jahrhunderten bestehenden Dorfes Obersalzberg innerhalb von nur zwölf Jahren!
Nach seinem gescheiterten Putschversuch ist Hitler 1923 inkognito als Herr Wolf auf den Obersalzberg gekommen um seinen Förderer Dietrich Eckart zu besuchen, der sich als Dr. Hofmann dort oben auch verstecken musste. Er wohnte zunächst in der Pension Moritz, dem späteren Platterhof. Es ließ sich Hitlers wahre Identität nicht dauerhaft verheimlichen, denn durch Reden, die er auch in Berchtesgaden gehalten hatte, haben Zuhörer vom Obersalzberg ihren Herrn Wolf als Hitler wiedererkannt.
Darauf outeten sich viele von Hitlers Nachbarn als seine Anhänger und Hitler konnte aus der Pension Moritz ausziehen und in sein später gekauftes Haus Wachenfeld einziehen.
In seinen Reden machte Hitler der durch wirtschaftliche Not leidenden Bevölkerung Hoffnungen auf eine bessere Zukunft. So wurde er nach 1933 bald als Führer hoch verehrt und täglich gab es Wallfahrten von Hunderten von Bewunderern und Verehrern zum Haus Wachenfeld. Die Menschen warteten vor seinem Haus stundenlang und wollten ihn wenigstens sehen, manche durften ihm die Hand drücken, wieder andere sammelten Kieselsteine, auf denen der Führer gestanden hatte.
Später hat er dieses Haus zu einem hochwertigen zweiten Regierungssitz umbauen lassen: dem Berghof.
Ein unüberwindbarer, von SS Leuten bewachter Zaun um den ganzen Kehlstein herum sollte Hitler in Ruhe denken lassen. Hitler sagte einmal: „Am Obersalzberg habe ich schon ganz früh alle meine wichtigen Entscheidungen getroffen.
Nur die Führungselite der Nazis durfte sich in unmittelbarer Nähe Hitlers ansiedeln: auf dem schönsten Aussichtspunkt Hermann Göring, aber noch näher sein willfähriger Helfer Martin Bormann. Dieser war Chef der Parteikanzlei und Reichsleiter und Hitlers Privatsekretär, quasi seine rechte Hand. Bormann erfüllte jeden Wunsch seines Chefs und verschaffte ihm Ruhe und ein freies Blickfeld indem er die 40 Gebäude und Bauernhöfe der Ortschaft Obersalzberg anfangs noch aufkaufte, später aber ihre Übergabe unter Androhung der KZ-Haft erzwang.
Kaum hatten die Familien den erbärmlichen Vertrag unterschrieben, mussten sie ihr Haus verlassen. Sie konnten nur das Nötigste mitnehmen und mussten egal in welcher Jahreszeit, sogar bei strengstem Winterwetter, innerhalb von wenigen Stunden eine Bleibe für sich suchen. Stunden später begann die SS alles abzureißen und mit Rasen zu bedecken.
Es muss die Tatsache festgehalten werden, dass der Auftraggeber dieser unmenschlichen Enteignungen und Vertreibungen Adolf Hitler war!! Bormann als seine rechte Hand führte mit der SS zusammen aus, was Hitlers Wünsche waren.
Auch der prestigeträchtige ungeheuer teure Bau einer Straße und eines Hauses auf dem Kehlstein geschah auf Wunsch Hitlers und wurde von mehr als Tausend Arbeitern bei jedem Wetter und trotz jeder Jahreszeit innerhalb kürzester Zeit erzwungen. Geprägt von Zeitdruck, Hast und Mobbing mit Hilfe von irrational hohen Baugeldern wurde unmenschliches geleistet.
Nach dem Krieg pilgern seit Jahrzehnten dreihunderttausend Touristen jedes Jahr auf den Obersalzberg zu den Resten von Hitlers Wohnsitz, der am 25.April 1945 von der britischen Luftwaffe zerstört wurde. In einschlägigen Kiosken werden ihnen Hochglanzprospekte angeboten, deren Fotos auch von Hitlers Hoffotograf stammen. Dieser publizierte ein Image vom guten Menschen Hitler in seiner privaten heilen Welt! Sie sollen zur weiteren Verherrlichung dieses Mörders und Volksverführers beitragen. Diesen Hitler-Mythos darf es eigentlich heute nicht mehr geben.
In der Zeit des weltweit aufkeimenden Nationalismus müssen wir in aller Eindringlichkeit auf die Gewaltherrschaft des Dritten Reiches und seinen Folgen hinweisen. Es darf keineswegs der Eindruck entstehen, dass die NS-Machthaber die harmlosen und netten Nachbarn bei der ortsansässigen Bevölkerung waren.
So ein Bild nutzt in Deutschland zur Zeit die AFD und möchte damit einen noch brauchbaren und wählbaren Eindruck hinterlassen. Aber die eigentlichen Lenker der Partei halten sich noch im Hintergrund und warten auf ihre Chance, die Demokratie abzuschaffen mit allen negativen Folgen für unser Leben.
Hitler wurde als Halbgott von einem großen Teil der Bevölkerung hochverehrt und wenn schlechte Nachrichten auftauchten, wurden diese seinen Parteigenossen untergeschoben. Das traf auch zu, und das „Volk“ meinte dann: ja wenn das der Führer wüsste…..oder gewusst hätte…. Hitler wusste aber alles, er war der Verursacher vom Krieg, Vertreibung und Tod von vielen Millionen Menschen.
Wir werden im Dokumentationszentrum mit unvorstellbaren Gräueltaten vom Dritten Reich konfrontiert, die alle innerhalb des 12 Jahre dauernden Tausend-jährigen Reichs verübt worden sind.
Ich habe in meiner Schulzeit noch viele Dinge erlebt, deren Zusammenhänge mit der Nazizeit mir erst im Laufe meines Lebens bewusst geworden sind.
Ich will aufzählen:
- die Entnazifizierung wurde manchmal sehr großzügig durchgeführt, weil die Betroffenen falsche Angaben abgeben konnten und es zudem an Fachkräften mangelte.
- ausgerechnet mit dem Amt des bayrischen KULTUS-Ministers wurde Theodor Maunz beauftragt, der Hetzartikel im Dritten Reich veröffentlicht hatte.
- der Geschichtsunterricht endete mit der Weimarer Republik.
- ein Lehrer ohne Geduld brüllte bei jeder Kleinigkeit
- ein Lehrer bestrafte uns sadistisch mit einer Kopfnuss, verstärkt mit einem Schlüssel.
Vor allem möchte hinweisen, dass die oberste Führung eines Volkes, einer Gemeinschaft den Ausschlag gibt, ob Gutes oder Böses geschieht, weshalb wir mit größter Vorsicht auch die Hintermänner und -frauen beachten müssen, die im Verborgenen auf ihren Einsatz lauern.
Nach diesen düsteren Worten will ich an einem Beispiel zeigen, dass sich das Böse nicht fortzusetzen braucht.
Ein einfacher Bergbauer zeigte Menschlichkeit an einem ihm zunächst unbekannten jungen Mann. Dadurch hat er das Schicksal des ältesten Sohnes vom Reichsleiter Martin Bormann in eine gute Richtung gelenkt.
Als Ergebnis seines Lebenslaufes waren seine Vorträge als Pensionist in Deutschland und Österreich mit der Botschaft: „Nur durch Versöhnung und Aufeinander zugehen kann Frieden entstehen, niemals durch Gewalt“
Bei den vielen heutigen Kriegsereignissen, Streitereien und Meinungsverschiedenheiten sollen wir uns seine Botschaft zu Herzen nehmen!
28. März 2026
„Rettung einer Dorfwirtschaft“
am Beispiel der Genossenschaft „Dorfwirtschaft Asten“
Unter diesem Motto unternahmen 40 Interessierte einen PKW-Ausflug nach Asten bei Tittmoning

Die Gaststätte stand 2011 vor dem „Aus“.
Da damit ein wichtiger gastronomischer und kultureller Treffpunkt des etwa 600 Einwohner großen Ortes wegbrach, entschloss sich die Stadt Tittmoning das Gasthaus zu erwerben und der Dorfgemeinschaft zum Betrieb zu überlassen.
Anfang 2012 fanden sich mehr als 300 Mitglieder, um zur Rettung des Wirtshauses eine Genossenschaft zu gründen.
Maria
Kellner Bäuerin, Stadträtin, ehemalige 2. Bürgermeisterin von Tittmoning und derzeit 1. Vorsitzenden der „Genossenschaft Dorfwirtschaft Asten“ informierte die Besucher über die Herausforderungen bei Gründung, Aufbau, Renovierung, Finanzierung, Pächtersuche und Betrieb. Sie erlaubt, vor Ort, tiefe Einblicke in dieses gelungene Projekt mit mittlerweile 900 Anteilseignern.
Sie berichtete auch über die Schwierigkeiten geeignete Pächter zu finden.
Rechts 1. Vors. Manfred Heistracher
Die Gaststätte bietet eine weitgehend im alten Stil belasse Gaststube, einen 120 Personen fassenden Saal mit Theaterbühne, das 60 Personen fassende „Hochzeitszimmer“, in dem die Schnaitseer Gäste untergebracht waren, ein Nebenzimmer für 30 Leute. Gerne besucht wird der großzügige Biergarten mit weitreichender Aussicht über das Salzachtal hinüber nach Oberösterreich und angrenzend ein überdachtes Salettl in dem man sich auch bei weniger günstiger Witterung aufhalten kann.Für die Ortsvereine stehen noch Räume zum eigenen Gebrauch zur Verfügung
Nach den umfassenden Informationen genossen die Gäste die gute Küche der gutbürgerlich geführten Gastwirtschaft. Es wurde eine überschaubare, aber gut sortierte Auswahl von frisch zu-bereiteten Speisen angeboten. Bis in den späten Abend hielten die Gäste aus Schnaitsee gemütliche Einkehr und wurden dabei zusätzlich vom Pächterehepaar Kiesenhofer über alles Mögliche informiert.
7. März 2026
Exkursion zu historischem Schützengraben, zu Wolfsgrube,
Bräundlstein und Hügelgräber im Streit-Forst
20 Interessierte machten sich auf den Weg um in einem Wald nahe Surbrunn die Spuren eines "Schützengrabens" zu erkunden.
Das deutlich als künstlich angelegte Flurdenkmal könnte zu verschiedenen Zeiten als Schanzwerk bei Kämpfen nahe der Burg Kling angelegt wurde. In Frage kommen Schlachten im 17., oder 18. Jahrhundert.

Der historische Schützengraben
Als weiteres wurde das Relikt einer "Wolfsgrube" zum Fang von Wölfen bis in das 19. J. besichtigt,
die Heimatvereins-Beirat Josef Wagner erkundet hat.
Sie liegt nahe des riesigen "Bräundlsteins" einem Relikt der Eiszeit.

Agathe Oberlechner-Kiermaier in der "Wolfsgrube"
Agathe Oberlechner-Kiermaier führte dann die Teilnehmer noch zu zwei "Hügelgräbern" im Streitholz.
Mit ca. 5 m Höhe zeichnen sie sich deutlich von der ebenen Umgebung ab.

Eines der vier Hügelgräber im Streitholz
28. Februar 2026 Jahresversammlung
Nach acht Jahren mit Dr. Arnold Böhm als 1. Vorsitzenden gab es bei der kürzlich stattfindenden Jahresversammlung des Heimatvereins Schnaitsee e.V. einen grundlegenden Umbau der Vorstandschaft.
Ergebnis der Neuwahlen:
1. Vorsitzender Manfred Heistracher, Kirchensur
2. Vorsitzender Hans Schederecker, Zelln
Schriftführer Martin Oberbauer, Waldhausen
Kassenwart Peter Zwingler, Poschen
Kassenprüfer:
Dr. Rosina Wäsler, Stefan Reinthaler

Als Beiräte wurden berufen:
Agathe Oberlechner-Kiermaier, Schnaitsee.
Ab Sommer Ortheimatpflegerin
Luitgard Grassl, zuständig für Heimatarchiv.
Heimatarchivar Dr. Ulrich Frost, Schnaitsee
Franz Gmeindl, Rupertsham, „Mann, der alles kann“
Martin Meisl, Schnaitsee, Wander- und Radwege-Betreuer
Josef Wagner Zansham, Kenner heimischer Flur-Geschichte.
Neu im Amt:
Elke Rieperdinger, Waldhausen Presse-Referentin,
Homepage-Betreuerin
Sebastian Hintermayr, Loibersdorf, Betreuer der Region Kling. Gunter Fuchs, Soyen,
Geschichtslehrer und Rektor i. R. des Gymnasiums Gars.
Eingangs berichtete Richard Hellmeier über die Erlebnisse eine neunjährigen Wiener Burschen über seine Erfahrungen bei Evakuierung gegen Ende des 2. Weltkrieges
und 300 Tage Aufenthalt in der Gemeinde Schnaitsee
Es folgte der Bericht von 1. Vorsitzenden Dr. Arnold Böhm über seine achtjährige Amtszeit.
Richard Hellmeier stellte in einer Vorschau die geplanten Aktivitäten 2026 vor.
Kassenwart Peter Zwingler erstattete den Kassenbericht, der von den Kassenprüfern Dr. Rosina Wäsle und Stefan Reinthaler als richtig bewertet wurde, sodass die Versammlung die Entlastung erstattete.
Dienstag, 10. Februar 2026
„Die Römer und ihre Wirkung auf unsere Gegenwart
Vortrag von Andrea Krammer
Andrea Krammer, Archäologin und neue Leiterin des Stadtmuseums Rosenheim vermittelte den beinahe 80 Besuchern eine umfassende Einsicht auf das römische Reich während seiner 500-jährigen Herrschaft in den Bereichen nördlich der Alpen.
Dort bildeten sie zwei maßgebliche Provinzen. Im Bereich des heutigen westliche Österreichs begründeten sie nach heftigen Kämpfen mit der Stammbevölkerung die Provinz Rätien. Im Bereich des heutigen Altbayerns, entschieden sich die dort herrschenden keltischen Fürsten sich kooperativ mit den Römern zu einigen. So entstand die Region Noricum, in der besonders der dortige Untersberger Marmor und das begehrte „Ferrum Noricum“, ein Stahleisen, das die Noriker schmiedeten.
Referentin Andrea Krammer li. mit 2. Vors. Hans Schederecker und 1. Vors. Manfrad Heistracher
Nach Abzug der Römer entstand aus den verschiedenen Bevölkerungsgruppen das Volk der Bajuwaren. Neben den vielen römischen Artefakten in unserer Gegend – Siedlungsresten, Gräber- und Meilensteinen, finden sich noch deutliche Nachweise in Kultur, Sprache, Infrastruktur und Brauchtum. Besonders viele bayerische Ausdrücke haben deutlich römische Wurzeln,
wie z.B. die Breze vom lateinischen „brachiatellum“ (verschränkte Ärmchen).