Chronik 2026
18. April 2026
Heimatverein Schnaitsee erkundet Berchtesgaden
zwischen Dokumentationszentrum Obersalzberg
und Kirschblüten
Bei schönstem Aprilwetter erkundete der Heimatverein Schnaitsee kürzlich eine der schönsten Landschaften Deutschlands: den Berchtesgadener Talkessel mit dem Obersalzberg.
Im vollbesetzten Reisebus ging es zunächst zum Dokumentationszentrum Obersalzberg. Eine Dauerausstellung zeigt hier die Geschichte des ehemaligen Bergbauerndorfes hin zum hermetisch abgeriegelten Sperrgebiet für die Führungselite der Nationalsozialisten um Adolf Hitler. Zu Beginn der 20. Jahrhunderts öffnete sich das abgelegene Dorf Obersalzberg zunächst ein wenig dem Fremdenverkehr. Als Reichskanzler ab 1933 inszenierte sich Adolf Hitler in diesem Bergidyll als volksnaher Politiker. Tatsächlich baute die NS-
Führungsclique sich mit Drohungen und Gewalt hier einen vollwertigen Regierungssitz auf. Viele seiner zerstörerischen Entscheidungen traf der Reichskanzler in seinem Berghof. Im Mai 1945 zerstörten die britischen und amerikanischen Truppen fast alle Gebäude auf dem Obersalzberg. Trotzdem blieb es lange Zeit ein Anziehungsort für Ewiggestrige.
Die Ausstellung zeigt sehr eindrücklich, welch Wahnsinn hier geplant und vorbereitet wurde.
Am Ende konnten auch die Bunkeranlagen besichtigt werden, die die einzelnen Gebäude einst unterirdisch verbanden.
Bild: Gruppenfoto vor dem Dokumentationszentrum Obersalzberg
Nach dem Mittagessen im Biergarten eines Berggasthofes mit bestem Blick auf das Watzmannmassiv fuhr man runter zum Markt Berchtesgaden, wo in zwei Gruppen Führungen durch den Ort angeboten wurden.
Der Markt Berchtesgaden hat zwar nur knapp 8.000 Einwohner, war aber über Jahrhunderte der Hauptort eines reichsunmittelbaren Fürstentums mit Sitz im Reichstag. Die Fürstpröpste von Berchtesgaden waren bis 1803 zugleich geistliche und weltliche Herrscher. Ab 1810 wurde man dann Teil von Bayern, das ehemalige Chorherrenstift wurde zum Sommerschloss der Wittelsbacher. Die Salzgewinnung war Haupteinnahmequelle für viele Generationen, noch heute stehen die Bürgerhäuser mit ihren Lüftlmalereien in der kleinen Fußgänger
zone für einen gewissen Wohlstand.
Zum Abschluss fanden sich die meisten Teilnehmer im Kurgarten von Berchtesgaden ein. Hier feierte man mit Live-Musik, Foodtrucks und reichlich Getränkeständen das Kirschblütenfest, auch wenn es aufgrund der kalten Witterung noch keine wirkliche Blütenpracht zu feiern gab.
Organisator Arnold Böhm zeigte sich bei der Rückfahrt in Berchtesgaden sehr erfreut über die tollen Einblicke, die der Heimatverein gewinnen konnte und dankte allen Teilnehmern für die Mitfahrt.
Bild: Auf dem Schlossplatz bei der Führung durch den Markt Berchtesgaden
Vortragstext von Dr. Arnold Böhm:
Der Heimatverein freut sich über die zahlreichen Teilnehmer an der Fahrt zum Obersalzberg, die zusammen mit der KSK veranstaltet wurde.
Bild rechts: © Dokumentation Obersalzberg / Melanie Diehm
Heute darf ich euch meine Heimat, eine der schönsten Landschaften Deutschlands zeigen, in der ich bis zu meinem Umzug nach Schnaitsee habe leben dürfen.
Der Obersalzberg mit seinen Wiesen und Wäldern ist der nördliche Ausläufer des "Hohen Gölls" und des "Kehlsteins". Er ist ein Teil des Berchtesgadener Talkessels, in dem bäuerliche Familien Jahrhunderte lang lebten und ein karges Auskommen aus der Landwirtschaft und auch aus der Arbeit im Salzbergwerk hatten.
Ein Wandel setzte am Obersalzberg ein, als um die Jahrhundertwende 1800/1900 mit der industriellen Revolution wohlhabende Unternehmer und der Adel sowie einige Künstler diese bisher abgeschiedene Gegend entdeckt haben.
Es entstanden bescheidene Pensionen und Gasthäuser auf dem Obersalzberg, die ersten Schritte des Fremdenverkehrs im Berchtesgadener Land.
Wir sind heute aber nicht wegen der Schönheiten dieser Landschaft hierhergefahren. Im Dokumentations-zentrum werden wir mit sehr vielen Gräueltaten des Naziregimes konfrontiert werden. An dieser Stelle möchte ich anhand der Geschichte des Obersalzbergs zeigen, was die Naziherrschaft für die Bevölkerung meiner Heimat bedeutete: ein totalitäres System mit Verfolgung, Vertreibung und letztendlich der Zerstörung des seit Jahrhunderten bestehenden Dorfes Obersalzberg innerhalb von nur zwölf Jahren!
Nach seinem gescheiterten Putschversuch ist Hitler 1923 inkognito als Herr Wolf auf den Obersalzberg gekommen um seinen Förderer Dietrich Eckart zu besuchen, der sich als Dr. Hofmann dort oben auch verstecken musste. Er wohnte zunächst in der Pension Moritz, dem späteren Platterhof. Es ließ sich Hitlers wahre Identität nicht dauerhaft verheimlichen, denn durch Reden, die er auch in Berchtesgaden gehalten hatte, haben Zuhörer vom Obersalzberg ihren Herrn Wolf als Hitler wiedererkannt.
Darauf outeten sich viele von Hitlers Nachbarn als seine Anhänger und Hitler konnte aus der Pension Moritz ausziehen und in sein später gekauftes Haus Wachenfeld einziehen.
In seinen Reden machte Hitler der durch wirtschaftliche Not leidenden Bevölkerung Hoffnungen auf eine bessere Zukunft. So wurde er nach 1933 bald als Führer hoch verehrt und täglich gab es Wallfahrten von Hunderten von Bewunderern und Verehrern zum Haus Wachenfeld. Die Menschen warteten vor seinem Haus stundenlang und wollten ihn wenigstens sehen, manche durften ihm die Hand drücken, wieder andere sammelten Kieselsteine, auf denen der Führer gestanden hatte.
Später hat er dieses Haus zu einem hochwertigen zweiten Regierungssitz umbauen lassen: dem Berghof.
Ein unüberwindbarer, von SS Leuten bewachter Zaun um den ganzen Kehlstein herum sollte Hitler in Ruhe denken lassen. Hitler sagte einmal: „Am Obersalzberg habe ich schon ganz früh alle meine wichtigen Entscheidungen getroffen.
Nur die Führungselite der Nazis durfte sich in unmittelbarer Nähe Hitlers ansiedeln: auf dem schönsten Aussichtspunkt Hermann Göring, aber noch näher sein willfähriger Helfer Martin Bormann. Dieser war Chef der Parteikanzlei und Reichsleiter und Hitlers Privatsekretär, quasi seine rechte Hand. Bormann erfüllte jeden Wunsch seines Chefs und verschaffte ihm Ruhe und ein freies Blickfeld indem er die 40 Gebäude und Bauernhöfe der Ortschaft Obersalzberg anfangs noch aufkaufte, später aber ihre Übergabe unter Androhung der KZ-Haft erzwang.
Kaum hatten die Familien den erbärmlichen Vertrag unterschrieben, mussten sie ihr Haus verlassen. Sie konnten nur das Nötigste mitnehmen und mussten egal in welcher Jahreszeit, sogar bei strengstem Winterwetter, innerhalb von wenigen Stunden eine Bleibe für sich suchen. Stunden später begann die SS alles abzureißen und mit Rasen zu bedecken.
Es muss die Tatsache festgehalten werden, dass der Auftraggeber dieser unmenschlichen Enteignungen und Vertreibungen Adolf Hitler war!! Bormann als seine rechte Hand führte mit der SS zusammen aus, was Hitlers Wünsche waren.
Auch der prestigeträchtige ungeheuer teure Bau einer Straße und eines Hauses auf dem Kehlstein geschah auf Wunsch Hitlers und wurde von mehr als Tausend Arbeitern bei jedem Wetter und trotz jeder Jahreszeit innerhalb kürzester Zeit erzwungen. Geprägt von Zeitdruck, Hast und Mobbing mit Hilfe von irrational hohen Baugeldern wurde unmenschliches geleistet.
Nach dem Krieg pilgern seit Jahrzehnten dreihunderttausend Touristen jedes Jahr auf den Obersalzberg zu den Resten von Hitlers Wohnsitz, der am 25.April 1945 von der britischen Luftwaffe zerstört wurde. In einschlägigen Kiosken werden ihnen Hochglanzprospekte angeboten, deren Fotos auch von Hitlers Hoffotograf stammen. Dieser publizierte ein Image vom guten Menschen Hitler in seiner privaten heilen Welt! Sie sollen zur weiteren Verherrlichung dieses Mörders und Volksverführers beitragen. Diesen Hitler-Mythos darf es eigentlich heute nicht mehr geben.
In der Zeit des weltweit aufkeimenden Nationalismus müssen wir in aller Eindringlichkeit auf die Gewaltherrschaft des Dritten Reiches und seinen Folgen hinweisen. Es darf keineswegs der Eindruck entstehen, dass die NS-Machthaber die harmlosen und netten Nachbarn bei der ortsansässigen Bevölkerung waren.
So ein Bild nutzt in Deutschland zur Zeit die AFD und möchte damit einen noch brauchbaren und wählbaren Eindruck hinterlassen. Aber die eigentlichen Lenker der Partei halten sich noch im Hintergrund und warten auf ihre Chance, die Demokratie abzuschaffen mit allen negativen Folgen für unser Leben.
Hitler wurde als Halbgott von einem großen Teil der Bevölkerung hochverehrt und wenn schlechte Nachrichten auftauchten, wurden diese seinen Parteigenossen untergeschoben. Das traf auch zu, und das „Volk“ meinte dann: ja wenn das der Führer wüsste…..oder gewusst hätte…. Hitler wusste aber alles, er war der Verursacher vom Krieg, Vertreibung und Tod von vielen Millionen Menschen.
Wir werden im Dokumentationszentrum mit unvorstellbaren Gräueltaten vom Dritten Reich konfrontiert, die alle innerhalb des 12 Jahre dauernden Tausend-jährigen Reichs verübt worden sind.
Ich habe in meiner Schulzeit noch viele Dinge erlebt, deren Zusammenhänge mit der Nazizeit mir erst im Laufe meines Lebens bewusst geworden sind.
Ich will aufzählen:
- die Entnazifizierung wurde manchmal sehr großzügig durchgeführt, weil die Betroffenen falsche Angaben abgeben konnten und es zudem an Fachkräften mangelte.
- ausgerechnet mit dem Amt des bayrischen KULTUS-Ministers wurde Theodor Maunz beauftragt, der Hetzartikel im Dritten Reich veröffentlicht hatte.
- der Geschichtsunterricht endete mit der Weimarer Republik.
- ein Lehrer ohne Geduld brüllte bei jeder Kleinigkeit
- ein Lehrer bestrafte uns sadistisch mit einer Kopfnuss, verstärkt mit einem Schlüssel.
Vor allem möchte hinweisen, dass die oberste Führung eines Volkes, einer Gemeinschaft den Ausschlag gibt, ob Gutes oder Böses geschieht, weshalb wir mit größter Vorsicht auch die Hintermänner und -frauen beachten müssen, die im Verborgenen auf ihren Einsatz lauern.
Nach diesen düsteren Worten will ich an einem Beispiel zeigen, dass sich das Böse nicht fortzusetzen braucht.
Ein einfacher Bergbauer zeigte Menschlichkeit an einem ihm zunächst unbekannten jungen Mann. Dadurch hat er das Schicksal des ältesten Sohnes vom Reichsleiter Martin Bormann in eine gute Richtung gelenkt.
Als Ergebnis seines Lebenslaufes waren seine Vorträge als Pensionist in Deutschland und Österreich mit der Botschaft: „Nur durch Versöhnung und Aufeinander zugehen kann Frieden entstehen, niemals durch Gewalt“
Bei den vielen heutigen Kriegsereignissen, Streitereien und Meinungsverschiedenheiten sollen wir uns seine Botschaft zu Herzen nehmen!
28. März 2026
„Rettung einer Dorfwirtschaft“
am Beispiel der Genossenschaft „Dorfwirtschaft Asten“
Unter diesem Motto unternahmen 40 Interessierte einen PKW-Ausflug nach Asten bei Tittmoning

Die Gaststätte stand 2011 vor dem „Aus“.
Da damit ein wichtiger gastronomischer und kultureller Treffpunkt des etwa 600 Einwohner großen Ortes wegbrach, entschloss sich die Stadt Tittmoning das Gasthaus zu erwerben und der Dorfgemeinschaft zum Betrieb zu überlassen.
Anfang 2012 fanden sich mehr als 300 Mitglieder, um zur Rettung des Wirtshauses eine Genossenschaft zu gründen.
Maria
Kellner Bäuerin, Stadträtin, ehemalige 2. Bürgermeisterin von Tittmoning und derzeit 1. Vorsitzenden der „Genossenschaft Dorfwirtschaft Asten“ informierte die Besucher über die Herausforderungen bei Gründung, Aufbau, Renovierung, Finanzierung, Pächtersuche und Betrieb. Sie erlaubt, vor Ort, tiefe Einblicke in dieses gelungene Projekt mit mittlerweile 900 Anteilseignern.
Sie berichtete auch über die Schwierigkeiten geeignete Pächter zu finden.
Rechts 1. Vors. Manfred Heistracher
Die Gaststätte bietet eine weitgehend im alten Stil belasse Gaststube, einen 120 Personen fassenden Saal mit Theaterbühne, das 60 Personen fassende „Hochzeitszimmer“, in dem die Schnaitseer Gäste untergebracht waren, ein Nebenzimmer für 30 Leute. Gerne besucht wird der großzügige Biergarten mit weitreichender Aussicht über das Salzachtal hinüber nach Oberösterreich und angrenzend ein überdachtes Salettl in dem man sich auch bei weniger günstiger Witterung aufhalten kann.Für die Ortsvereine stehen noch Räume zum eigenen Gebrauch zur Verfügung
Nach den umfassenden Informationen genossen die Gäste die gute Küche der gutbürgerlich geführten Gastwirtschaft. Es wurde eine überschaubare, aber gut sortierte Auswahl von frisch zu-bereiteten Speisen angeboten. Bis in den späten Abend hielten die Gäste aus Schnaitsee gemütliche Einkehr und wurden dabei zusätzlich vom Pächterehepaar Kiesenhofer über alles Mögliche informiert.
7. März 2026
Exkursion zu historischem Schützengraben, zu Wolfsgrube,
Bräundlstein und Hügelgräber im Streit-Forst
20 Interessierte machten sich auf den Weg um in einem Wald nahe Surbrunn die Spuren eines "Schützengrabens" zu erkunden.
Das deutlich als künstlich angelegte Flurdenkmal könnte zu verschiedenen Zeiten als Schanzwerk bei Kämpfen nahe der Burg Kling angelegt wurde. In Frage kommen Schlachten im 17., oder 18. Jahrhundert.

Der historische Schützengraben
Als weiteres wurde das Relikt einer "Wolfsgrube" zum Fang von Wölfen bis in das 19. J. besichtigt,
die Heimatvereins-Beirat Josef Wagner erkundet hat.
Sie liegt nahe des riesigen "Bräundlsteins" einem Relikt der Eiszeit.

Agathe Oberlechner-Kiermaier in der "Wolfsgrube"
Agathe Oberlechner-Kiermaier führte dann die Teilnehmer noch zu zwei "Hügelgräbern" im Streitholz.
Mit ca. 5 m Höhe zeichnen sie sich deutlich von der ebenen Umgebung ab.

Eines der vier Hügelgräber im Streitholz
28. Februar 2026 Jahresversammlung
Nach acht Jahren mit Dr. Arnold Böhm als 1. Vorsitzenden gab es bei der kürzlich stattfindenden Jahresversammlung des Heimatvereins Schnaitsee e.V. einen grundlegenden Umbau der Vorstandschaft.
Ergebnis der Neuwahlen:
1. Vorsitzender Manfred Heistracher, Kirchensur
2. Vorsitzender Hans Schederecker, Zelln
Schriftführer Martin Oberbauer, Waldhausen
Kassenwart Peter Zwingler, Poschen
Kassenprüfer:
Dr. Rosina Wäsler, Stefan Reinthaler

Als Beiräte wurden berufen:
Agathe Oberlechner-Kiermaier, Schnaitsee.
Ab Sommer Ortheimatpflegerin
Luitgard Grassl, zuständig für Heimatarchiv.
Heimatarchivar Dr. Ulrich Frost, Schnaitsee
Franz Gmeindl, Rupertsham, „Mann, der alles kann“
Martin Meisl, Schnaitsee, Wander- und Radwege-Betreuer
Josef Wagner Zansham, Kenner heimischer Flur-Geschichte.
Neu im Amt:
Elke Rieperdinger, Waldhausen Presse-Referentin,
Homepage-Betreuerin
Sebastian Hintermayr, Loibersdorf, Betreuer der Region Kling. Gunter Fuchs, Soyen,
Geschichtslehrer und Rektor i. R. des Gymnasiums Gars.
Eingangs berichtete Richard Hellmeier über die Erlebnisse eine neunjährigen Wiener Burschen über seine Erfahrungen bei Evakuierung gegen Ende des 2. Weltkrieges
und 300 Tage Aufenthalt in der Gemeinde Schnaitsee
Es folgte der Bericht von 1. Vorsitzenden Dr. Arnold Böhm über seine achtjährige Amtszeit.
Richard Hellmeier stellte in einer Vorschau die geplanten Aktivitäten 2026 vor.
Kassenwart Peter Zwingler erstattete den Kassenbericht, der von den Kassenprüfern Dr. Rosina Wäsle und Stefan Reinthaler als richtig bewertet wurde, sodass die Versammlung die Entlastung erstattete.
Dienstag, 10. Februar 2026
„Die Römer und ihre Wirkung auf unsere Gegenwart
Vortrag von Andrea Krammer
Andrea Krammer, Archäologin und neue Leiterin des Stadtmuseums Rosenheim vermittelte den beinahe 80 Besuchern eine umfassende Einsicht auf das römische Reich während seiner 500-jährigen Herrschaft in den Bereichen nördlich der Alpen.
Dort bildeten sie zwei maßgebliche Provinzen. Im Bereich des heutigen westliche Österreichs begründeten sie nach heftigen Kämpfen mit der Stammbevölkerung die Provinz Rätien. Im Bereich des heutigen Altbayerns, entschieden sich die dort herrschenden keltischen Fürsten sich kooperativ mit den Römern zu einigen. So entstand die Region Noricum, in der besonders der dortige Untersberger Marmor und das begehrte „Ferrum Noricum“, ein Stahleisen, das die Noriker schmiedeten.
Referentin Andrea Krammer li. mit 2. Vors. Hans Schederecker und 1. Vors. Manfrad Heistracher
Nach Abzug der Römer entstand aus den verschiedenen Bevölkerungsgruppen das Volk der Bajuwaren. Neben den vielen römischen Artefakten in unserer Gegend – Siedlungsresten, Gräber- und Meilensteinen, finden sich noch deutliche Nachweise in Kultur, Sprache, Infrastruktur und Brauchtum. Besonders viele bayerische Ausdrücke haben deutlich römische Wurzeln,
wie z.B. die Breze vom lateinischen „brachiatellum“ (verschränkte Ärmchen).